PORTO-
FREI

Maos langer Schatten

Chinas Umgang mit der Vergangenheit

von Leese, Daniel   (Autor)

Wie kann sich eine Diktatur mit dem Erbe von Unrecht und Staatsverbrechen auseinandersetzen, die unter ihrer Herrschaft begangen wurden? Mit dieser Frage sah sich die Kommunistische Partei Chinas nach dem Tod Mao Zedongs im Jahr 1976 konfrontiert. Gestützt auf eine Vielzahl bislang unbekannter Dokumente entwirft der Freiburger Sinologe Daniel Leese ein breit angelegtes Panorama der chinesischen Politik und Gesellschaft in der kritischen Umbruchphase zwischen 1976 und 1987. Die Massenkampagnen des «Großen Vorsitzenden» Mao Zedong hatten horrende Opferzahlen gefordert und die Volksrepublik China an den Rand eines Bürgerkriegs geführt. Unter seinen Nachfolgern begann die Kommunistische Partei ein großangelegtes Experiment historischer Krisenbewältigung. Millionen politisch Verfolgte wurden rehabilitiert, Entschädigungszahlungen geleistet und Täter vor Gericht gestellt, allen voran die «Viererbande» um Maos Frau Jiang Qing. Das Ziel bestand darin, einen Schlussstrich unter die Geschichte zu ziehen und alle Energien auf die wirtschaftliche Reformpolitik zu lenken. Aber die Schatten der Vergangenheit ließen sich nicht so einfach bannen. Gestützt auf eine Vielzahl bislang unbekannter Quellen - von vormals geheimen Reden der Parteiführung bis zu Petitionsschreiben einfacher Bürger - zeichnet Daniel Leese ein hochdifferenziertes Bild der Dekade nach Mao Zedongs Tod. Die Auswirkungen dieses Ringens um historische Gerechtigkeit sind in der chinesischen Politik und Gesellschaft bis heute spürbar.

Buch (Gebunden)

EUR 38,00

Alle Preisangaben inkl. MwSt.

SOFORT LIEFERBAR (am Lager)

Versandkostenfrei*

Versandtermin: 29. September 2021, wenn Sie jetzt bestellen.
(innerhalb Deutschlands, Sendungen in Geschenkverpackung: + 1 Werktag)

 
 

Produktbeschreibung

Wie kann sich eine Diktatur mit dem Erbe von Unrecht und Staatsverbrechen auseinandersetzen, die unter ihrer Herrschaft begangen wurden? Mit dieser Frage sah sich die Kommunistische Partei Chinas nach dem Tod Mao Zedongs im Jahr 1976 konfrontiert. Gestützt auf eine Vielzahl bislang unbekannter Dokumente entwirft der Freiburger Sinologe Daniel Leese ein breit angelegtes Panorama der chinesischen Politik und Gesellschaft in der kritischen Umbruchphase zwischen 1976 und 1987.

Die Massenkampagnen des «Großen Vorsitzenden» Mao Zedong hatten horrende Opferzahlen gefordert und die Volksrepublik China an den Rand eines Bürgerkriegs geführt. Unter seinen Nachfolgern begann die Kommunistische Partei ein großangelegtes Experiment historischer Krisenbewältigung. Millionen politisch Verfolgte wurden rehabilitiert, Entschädigungszahlungen geleistet und Täter vor Gericht gestellt, allen voran die «Viererbande» um Maos Frau Jiang Qing. Das Ziel bestand darin, einen Schlussstrich unter die Geschichte zu ziehen und alle Energien auf die wirtschaftliche Reformpolitik zu lenken. Aber die Schatten der Vergangenheit ließen sich nicht so einfach bannen. Gestützt auf eine Vielzahl bislang unbekannter Quellen - von vormals geheimen Reden der Parteiführung bis zu Petitionsschreiben einfacher Bürger - zeichnet Daniel Leese ein hochdifferenziertes Bild der Dekade nach Mao Zedongs Tod. Die Auswirkungen dieses Ringens um historische Gerechtigkeit sind in der chinesischen Politik und Gesellschaft bis heute spürbar. 

Inhaltsverzeichnis

Prolog: Zwischen Revolution und Reform
Politischer Kurswechsel
Historisches Unrecht und Übergangsjustiz
Aufbau und Quellen

1. Revolution und historische Gerechtigkeit
Schatten der Vergangenheit
Verteilungsgerechtigkeit und Landreform
Gefühlspolitik oder Gehirnwäsche?
Die Dialektik des Terrors
Der Umgang mit den städtischen Eliten
Historische Gerechtigkeit und außenpolitische Staatsräson

2. Recht und Politik
Recht und Revolution in der Sowjetunion
Justiz im Kaiserreich und in der Republik China
Revolutionäre Justizarbeiter
Kampagnenjustiz und Hinrichtungsquoten
Ein kommunistischer Doppelstaat?
Folgsame Werkzeuge der Partei

3. Klassenjustiz und Staatsverbrechen
Die Kulturrevolution
Justiz und Rechtsprechungspraxis
Massengewalt in der Kulturrevolution
Massentötungen im Südwesten
Institutionalisierter Terror
Unklare Fronten
Täter- und Opferkategorien im Wandel

4. Das politische Vermächtnis Mao Zedongs
Gespaltene Gesellschaft, zerrüttete Politik
Konsolidierung als politisches Programm
Trauer auf dem Tiananmen-Platz
Der Sturz der Viererbande
Organisatorische Neuausrichtung
Historische Gerechtigkeit als Massenkampagne
Wahrheit, Praxis und Machtpolitik

5. Ordnung aus dem Chaos schaffen
Dimensionen und Verfahren
Rehabilitierung als Gnadenakt oder revolutionäre Ermächtigung
Kaderpolitik und Aktengebirge
Wiederbelebung der Einheitsfront
Der Umgang mit historischen Klassenfeinden
Deportationen und Zwangsumsiedlungen
Das schwierige Erbe der Nationalitätenpolitik

6. Die Revision ungerechter, falscher und fehlerhafter Fälle
Politische Bilanz im Sicherheitsapparat
Modellfälle in der Justiz
Was ist Konterrevolution?
Kulturrevolutionäre Tatbestände
Rechtsbewusstsein und die Demokratiemauer-Bewegung
Die Theoriekonferenz des Jahres 1979
Die Justiz und das Erbe der Kulturrevolution
Die Grenzen sozialistischer Gesetzlichkeit

7. Shanhou: Autoritäre Krisenbewältigung
Petitionen und Herrschaftslegitimation
Restitutionsforderungen und die Frage sozialistischer Eigentumsrechte
Gehälter, Pensionen und die Kritik des bürgerlichen Rechts
Soziale Fürsorge im Dienst politischer Stabilität

8. Fehler und Verbrechen
Prozessvorbereitungen
Die Kulturrevolution vor Gericht
Eine neue Perspektive auf die Vergangenheit
Die Herstellung eines Elitenkonsenses
Geschichtspolitik im Dienst der Machtpolitik
Die Suche nach Tätern jenseits der Parteizentrale
Die ®drei Typen Menschen¯
Am Scheideweg

Epilog: Die Illusion eines historischen Schlussstrichs
Die ®Lösung¯ eines historischen Problems
Ein Echo aus der Tiefe der Zeit
Ein doppelter Schatten

Anhang
Kurzbiographien wichtiger Akteure
Übersicht wichtiger Ereignisse, 1976-1989
Danksagung
Anmerkungen
Literaturverzeichnis
Bildnachweis
Register 

Autoreninfo

Daniel Leese lehrt Sinologie mit dem Schwerpunkt "Geschichte und Politik des Modernen China" an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. 

Mehr vom Verlag:

Beck C. H.

Mehr vom Autor:

Leese, Daniel

Produktdetails

Medium: Buch
Format: Gebunden
Seiten: 606
Sprache: Deutsch
Erschienen: Oktober 2020
Maße: 223 x 152 mm
Gewicht: 830 g
ISBN-10: 3406755453
ISBN-13: 9783406755453

Bestell-Nr.: 29220996 
Libri-Verkaufsrang (LVR): 38143
Libri-Relevanz: 25 (max 9.999)
 

LIBRI: 2746003
LIBRI-EK*: 24.86 € (30.00%)
LIBRI-VK: 38,00 €
Libri-STOCK: 101
* EK = ohne MwSt.

UVP: 0 
Warengruppe: 15510 

KNO: 82703057
KNO-EK*: 24.86 € (30.00%)
KNO-VK: 38,00 €
KNV-STOCK: 3

P_ABB: mit 25 Abbildungen und 1 Karte
KNOABBVERMERK: 2020 606 S. mit 25 Abbildungen und 1 Karte 217 mm
Einband: Gebunden
Sprache: Deutsch

Alle Preise inkl. MwSt., innerhalb Deutschlands liefern wir immer versandkostenfrei. Informationen zum Versand ins Ausland.

Kostenloser Versand*

innerhalb eines Werktages

OHNE RISIKO

30 Tage Rückgaberecht

Käuferschutz

mit Geld-Zurück-Garantie