Eine blaßblaue Frauenschrift

Erzählung

(Tb)

von Werfel, Franz   (Autor)

Leonidas, aus kleinen Verhältnissen zum Sektionschef im Wiener Unterrichtsministerium aufgestiegen - nicht zuletzt durch die Ehe mit der reichsten Erbin der Stadt -, erhält im Herbst 1936 einen Brief von Vera Wormser. Die Tochter eines jüdischen Arztes, mit der er vor 18 Jahren, bald nach seiner Heirat, den 'einzigen echten Liebesrausch im Leben' erfahren hat, bittet ihn, einem Jungen zu helfen, der im nationalsozialistischen Deutschland nicht länger das Gymnasium besuchen darf.

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Produktbeschreibung


»Leonidas war betäubt. Nach einer Ewigkeit von achtzehn
Jahren hatte den allseits Gesicherten die-Wahrheit doch eingeholt.
Es gab keinen Ausweg mehr für ihn und keinen Rückzug.
Er konnte sich der Wahrheit, die er in einer Minute der Schwäche
eingelassen hatte, nicht mehr entziehen. Nun war die Welt für
ihn von Grund auf verwandelt, und er für die
Welt.«

 

Leseprobe

April im Oktober


Die Post lag auf dem Frühstückstisch. Ein beträchtlicher
Stoß von Briefen, denn Leonidas hatte erst vor kurzem
seinen fünfzigsten Geburtstag gefeiert und täglich
trafen noch immer glückwünschenden Nachzügler
ein. Leonidas hieß wirklich Leonidas. Den eben so
heroischen wie druckenden Vornamen verdankte er seinem
Vater, der ihm als dürftiger Gymnasiallehrer außer
diesem Erbteil nur noch die vollzähligen griechischrömischen
Klassiker und zehn Jahrgänge der >Tübinger altphilologischen
Studien< vermacht hatte. Glücklicherweise ließ
sich der feierliche Leonidas leicht in einen schlicht-gebräuchlichen
Leo umwandeln. Seine Freunde nannten ihn so und Amelie
hatte ihn niemals anders gerufen als Leon. Sie tat es auch jetzt,
indem sie mit ihrer dunklen Stimme der zweiten Silbe von Leon
eine melodisch langgezogene und erhöhte Note gab.


»Du bist unerträglich beliebt, Leon«, sagte sie.
»Wieder mindestens zwölf Gratulationen... «  

Autoreninfo

Franz Werfel (1890 - 1945) wurde als Kaufmannssohn in Prag geboren. Während seines Studiums befreundete er sich mit Franz Kafka und Max Brod. 1917 lernte er Alma Mahler-Gropius kennen, die er später in Wien heiratete. Die Werfels emigrierten 1938 nach Frankreich, von wo sie zusammen mit Golo Mann zu Fuß über die Pyrenäen nach Spanien flohen. Über Lissabon gelangten sie schließlich in die USA. Franz Werfel starb an einem Herzleiden in Los Angeles. 

Mehr vom Verlag:

FISCHER Taschenbuch

Mehr vom Autor:

Werfel, Franz

Produktdetails

Medium: Buch
Format: Kartoniert
Seiten: 160
Sprache: Deutsch
Erschienen: Januar 1990
Maße: 189 x 126 mm
Gewicht: 127 g
ISBN-10: 3596293081
ISBN-13: 9783596293087

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Gattung: Erzählung
KNO-SAMMLUNG: Fischer Taschenbücher 9308
KNOABBVERMERK: 22. Aufl. 1990. 160 S. 190.00 mm
Einband: Kartoniert
Sprache: Deutsch
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