PORTO-
FREI

Schreiben oder Leben

(Tb)

von Semprun, Jorge   (Autor)

Schreiben oder Leben: Nach seiner Befreiung aus dem KZ hatte sich Jorge Semprun für eine lange 'Kur der bewußten Aphasie' entschieden, um weiterleben zu können. Dann aber hat er sich der grundlegenden Erfahrung seines Lebens, der Erinnerung an Buchenwald, gestellt und zu sprechen begonnen. Nach 'Die große Reise' schreibt er hier seine deutsche Geschichte fort, schildert die unmittelbaren Stunden und Tage der Befreiung Buchenwalds durch alliierte Truppen im März 1945. (Stiftung Lesen).

Buch (Kartoniert)

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Produktbeschreibung

Schreiben oder Leben: Nach seiner Befreiung aus dem KZ hatte sich Jorge
Semprun für eine lange 'Kur der bewußten Aphasie' entschieden, um weiterleben
zu können. Dann aber hat er sich der grundlegenden Erfahrung seines Lebens,
der Erinnerung an Buchenwald, gestellt und zu sprechen begonnen. Nach 'Die
große Reise' schreibt er hier seine deutsche Geschichte fort, schildert
die unmittelbaren Stunden und Tage der Befreiung Buchenwalds durch alliierte
Truppen im März 1945. (Stiftung Lesen). 

Zusammenfassung


Schreiben oder Leben: Vor dieser Entscheidung hatte Jorge Semprun
schon kurz nach der Befreiung aus dem KZ gestanden und sich, obwohl
seit Kindheit an vom Wunsch und der Überzeugung beseelt,
ein Schriftsteller zu werden, gegen das Schreiben und für
das Leben, für die Tat entschieden: für eine "lange
Kur der Aphasie, einer bewußten Aphasie, um weiterleben
zu können. Zugleich damit entschied ich mich für die
Illusion einer Zukunft." Diese bestimmte Illusion einer bestimmten
Zukunft mußte zerschlagen werden, von ihm selbst und von
anderen, damit jene Aphasie aufgehoben werden und die "Berufung"
zum Schriftsteller sich vollziehen konnte.


Schreiben oder Leben: Jorge Semprun schreibt "seine"
deutsche Geschichte fort, bringt sie mit der Schilderung der unmittelbaren
Stunden und Tage der Befreiung Buchenwalds durch alliierte Truppen
im März 1945 zu einem Ende - wenn es denn ein Ende "dieser"
Geschichte für ihn je geben sollte.


"Ein wunderbares, wahres Lebensbuch..."

Gunter Hofmann / Die Zeit

 

Leseprobe

Der Blick


Sie stehen vor mir, mit aufgerissenen Augen, und ich sehe mich
plötzlich in diesem schreckensstarren Blick: ihrem Entsetzen.


Seit zwei Jahren lebte ich ohne Gesicht. Kein Spiegel in Buchenwald.
Ich sah meinen Körper, seine zunehmende Magerkeit, einmal
in der Woche, beim Duschen. Kein Gesicht auf diesem lachhaften
Körper. Manchmal strich ich mit der Hand über eine Augenbraue,
über hervortretende Backenknochen, eine hohle Wange. Ich
hätte mir einen Spiegel besorgen können, sicher. Man
fand alles mögliche auf dem schwarzen Markt des Lagers, im
Tausch gegen Brot, Tabak, Margarine. Bei Gelegenheit sogar Zärtlichkeit.


Aber ich interessierte mich nicht für diese Details.


Ich sah meinen Körper, immer verschwommener, unter der wöchentlichen
Dusche. Abgemagert, aber lebendig: das Blut kreiste noch, es war
nichts zu befürchten. Das würde genügen, dieser
geschrumpfte, aber verfügbare Körper, tauglich für
ein erträumtes, wenn auch wenig wahrscheinliches Überleben.


Der Beweis dafür: ich bin da.


Sie sehen mich an, mit verstörten Augen voller Grauen.


An meinem geschorenen Haar kann es nicht liegen. Junge Rekruten,
Kleinbauern und noch andere Leute tragen in aller Unschuld geschorenes
Haar. So was ist banal. Ein Glatzenschnitt verwirrt keinen. So
was ist nicht furchterregend. Dann vielleicht mein Aufzug? Gewiß,
er ist sonderbar: nicht zusammenpassende Klamotten. Aber ich trage
russische Stiefel aus weichem Leder. Ich habe eine deutsche Maschinenpistole
quer über der...

 

Autoreninfo

Jorge Semprun wurde am 10. Dezember 1923 in Madrid als eines von sieben Kindern des linksliberalen Juraprofessors Jos Maria Semprun geboren. Seine früh verstorbene Mutter, Susana Maura, war die Schwester des ersten Innenministers der spanischen Republik, Miguel Maura. Aufgrund des spanischen Bürgerkriegs zog Jos Maria Semprun im September 1936 mit seiner zweiten Frau und den Kindern nach Paris. Dort, an der Sorbonne, studierte Jorge Semprun nach der Rückkehr von einem längeren Aufenthalt in Den Haag Philosophie und schloss sich 1941 unter dem Decknamen "G rard" der kommunistischen R sistance an ("Francs-Tireurs et Partisans"). 1943 wurde Jorge Seprun von der Gestapo festgenommen und ins Konzentrationslager Buchenwald gebracht. Nach der Befreiung am 12. April 1945 wählte er erneut Paris als seinen Wohnort. Als Mitglied der spanischen Exil-KP begann er 1953, den Widerstand gegen das Franco-Regime zu koordinieren, und von 1957 bis 1962 wirkte er am Aufbau einer kommunistischen Untergru 

Mehr vom Verlag:

Suhrkamp Verlag AG

Mehr vom Autor:

Semprun, Jorge

Produktdetails

Medium: Buch
Format: Kartoniert
Seiten: 368
Sprache: Deutsch
Erschienen: August 1997
Auflage: Neuauflage
Band-Nr.: Band 2. Teilband 1
Originaltitel: L'écriture ou la vie
Maße: 177 x 108 mm
Gewicht: 293 g
ISBN-10: 3518392271
ISBN-13: 9783518392270
Verlagsbestell-Nr.: 39227

Bestell-Nr.: 237844 
Libri-Verkaufsrang (LVR): 98335
Libri-Relevanz: 4 (max 9.999)
Bestell-Nr. Verlag: 39227

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KNO: 06798928
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KNO-SAMMLUNG: suhrkamp taschenbuch 2727
KNOABBVERMERK: 3. Aufl. 1997. 368 S. 176 mm
KNOMITARBEITER: Übersetzung:Moldenhauer, Eva
KNO-BandNr. Text:Band 2. Teilband 1
Einband: Kartoniert
Auflage: Neuauflage
Sprache: Deutsch

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