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FREI

Gesetz und Freiheit

Eine Philosophie der Kunst

von Fricke, Harald   (Autor)

Was ist eigentlich Kunst? Und: Was ist große Kunst? Was für Arten von Kunst gibt es? Wie verändert sie sich im Lauf der Geschichte? Wie hängt sie mit der natürlichen, wie mit der gesellschaftlichen Welt zusammen - und wie mit dem einzelnen in dieser Welt? An zahlreichen Beispielen aus Musik, Literatur, Malerei und anderen Künsten entwickelt Harald Fricke durch eine strikt rationale, begrifflich präzise Philosophie der Kunst eine differenzierte Antwort auf solche Fragen.

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Produktbeschreibung

Was ist eigentlich Kunst? Und: Was ist große Kunst? Was für Arten von Kunst gibt es? Wie verändert sie sich im Lauf der Geschichte? Wie hängt sie mit der natürlichen, wie mit der gesellschaftlichen Welt zusammen - und wie mit dem einzelnen in dieser Welt? An zahlreichen Beispielen aus Musik, Literatur, Malerei und anderen Künsten entwickelt Harald Fricke durch eine strikt rationale, begrifflich präzise Philosophie der Kunst eine differenzierte Antwort auf solche Fragen. Zwei Jahrzehnte nach seiner "Philosophie der Literatur" legt Harald Fricke jetzt eine Philosophie der Kunst vor: die Poetik der Abweichung wird erweitert zur allgemeinen Ästhetik. An zahlreichen Beispielen werden Grundbegriffe des Redens über Kunst philosophisch geklärt und historisch differenziert angewendet. Aus der Rolle von Gesetz und Freiheit, von Wiederholung und Variation auf dem Feld der Ästhetik ergeben sich schließlich tiefere Einblicke in das Verhältnis von Kunst, Zeit und Tod. 

Leseprobe

"2.1 Dichtung: Die Freiheit der Sprache

Ins Unermeßliche schweift die
geschwätzige Freiheit der Dichter,
Auch durch geschichtliche Treu'
achten sie nicht sich beschränkt.
OVID: Liebeselegien
Der dialektische Verlag macht aus
der Not eine Tugend und bemißt die
Honorare nach dem Abweichungsgrad (AG).
Der Abweichungsgrad beschreibt die Differenz
zwischen Expose und Druckmanuskript.
Je höher der Abweichungsgrad, desto
höher das Honorar.
IRMTRAUD MORGNER: Trobadora Beatriz

Unser Sprechen ist, damit die Verständigung mit anderen gelingt, vielfältigen und oft stillschweigend geltenden Normierungen unterworfen. Wer gegen solche Sprachnormen verstößt, muss in aller Regel mit Beanstandungen rechnen. Dichter verstoßen trotzdem dagegen. Wie grundsätzlich, wie umfassend und wie erfolgreich, das ist im vorhergehenden Band über das poetische Prinzip von 'Norm und Abweichung' ausführlich dargetan worden.
Solche Akte der vielberufenen 'poetischen Freiheit' reichen dabei von gezielten orthog raphischen Deformationen in avantgardistischer Prosa über die vielfältigen grammatischen Sprachverletzungen 'experimenteller' Lyrik bis zu den semantischen Verstößen metaphorischer Uneigentlichkeit; von der abweichenden Kontext-Formation in Aphorismen über die abweichende Pragmatik im szenischen Rollenspiel bis zur souveränen Missachtung sprachlicher Bindungen an die empirische Wirklichkeit in 'realistischer' Fiktion, an die empirische Möglichkeit in 'phantastischer' Fiktion, und selbst an die Logik: punktuell in einer paradoxen Sentenz wie global in einer paradoxen Werkstruktur, zum Beispiel des 'Spiels im Spiel' im barocken, romantischen oder modernen Drama.
Der sprachüblichen Sanktionsdrohung entgehen solche poetischen Abweichungen nun dadurch, dass die Sprachverletzungen jeweils eine ganz bestimmte Funktion erfüllen. Sie sind eine Tollheit mit Methode. Über ihre Internen Funktionen stellen die Normabweichungen bestimmte Relationen innerhalb eines literarischen Textes her - also et wa Analogien, Kontraste oder Reihungsbeziehungen wie Versmaß, dramatische Antagonismen oder Erzählchronologie. Über ihre Externen Funktionen stellen die Normabweichungen bestimmte Verweisungsbeziehungen zwischen dem literarischen Text und einem Sachverhalt außerhalb des Textes her - etwa zur gesellschaftlichen Wirklichkeit ihrer Zeit durch verfremdete Namensanspielungen, oder auch durch satirische Gleichsetzung menschlicher mit tierischen Verhaltensweisen.
Als geschichtliche Erscheinung hat die Literatur dieses an sich zeitlose Schaffensprinzip der funktionstragenden Normabweichung nun selbst wieder historisch dynamisiert. Denn häufig erfüllte Funktionen erzeugen allmählich durch ihre Wiederholung erneut normähnliche Erwartungshaltungen. Und so provozieren sie aufs neue poetische Abweichungen vom Erwarteten...." 

Mehr vom Verlag:

Beck

Mehr vom Autor:

Fricke, Harald

Produktdetails

Medium: Buch
Format: Kartoniert
Sprache: Deutsch
Erschienen: 2000
Gewicht: 428 g
ISBN-10: 3406465145
ISBN-13: 9783406465147

Bestell-Nr.: 951600 
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KNOABBVERMERK: 2000. 274 S. m. Abb. u. Notenbeisp. 223 mm
Einband: Kartoniert
Sprache: Deutsch

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