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Die Ordnung der Dinge

Eine Archäologie der Humanwissenschaften

von Foucault, Michel   (Autor)

War das Denksystem der Renaissance vom bestimmenden Prinzip der Verwandtschaft der Dinge untereinander gekennzeichnet, so existiere laut Foucault im klassischen Zeitalter eine neue, wesentlich andere Ordnung, in der es sich >>nicht mehr um die Frage der Ähnlichkeiten, sondern um die der Identitäten und der Unterschiede handelt<<. Diese Änderung des Denksystems erklärt Foucault im Einzelnen durch einen Rückgriff auf die Semiotik, in dem er für das klassische Zeitalter eine neue >>dualistische Theorie des Zeichens<< feststellt, welche drei Elemente impliziere: >>das, was markiert wurde, das, was markierend war, und das, was gestattete, im Einem die Markierung des Anderen zu sehen.<< Dieses auf der Repräsentation basierende Zeichensystem sei die Grundlage einer allgemeinen Ordnungswissenschaft gewesen, deren Begriffsraster Foucault rekonstruiert. Anschließend zeichnet er dieses System in drei scheinbar unterschiedlichen Teildiskurse der Zeit, in der allgemeinen Grammatik, in der Naturgeschichte und in der Analyse der Reichtümer, nach. So leite sich beispielsweise der Wert vom Geld nicht mehr aus seinem Edelmetallbestand ab, sondern aus der auf ihm abgebildeten Repräsentation des Souveräns. Im zweiten Teil des Werks widmet sich Foucault einem erneuten Wandel des Denksystems im 18. Jahrhundert: in einer Analyse schildert er, wie aus der Betonung der Zirkulation von Geld die bestimmende Rolle der Arbeit entstanden sei, wie die Analyse der äußeren Merkmale von Pflanzen und Tieren in der Naturgeschichte der Vorstellung von Organisation und Funktion in der sich formierenden Biologie gewichen sei, und wie anstelle einer reinen Kategorisierung der Unterschiede der Sprachen durch die Entdeckung der Flexion ihre gemeinsamen Verbindungen festgestellt wurden.

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Produktbeschreibung

War das Denksystem der Renaissance vom bestimmenden Prinzip der Verwandtschaft
der Dinge untereinander gekennzeichnet, so existiere laut Foucault im klassischen
Zeitalter eine neue, wesentlich andere Ordnung, in der es sich >>nicht
mehr um die Frage der Ähnlichkeiten, sondern um die der Identitäten und
der Unterschiede handelt<<. Diese Änderung des Denksystems erklärt Foucault
im Einzelnen durch einen Rückgriff auf die Semiotik, in dem er für das
klassische Zeitalter eine neue >>dualistische Theorie des Zeichens<< feststellt,
welche drei Elemente impliziere: >>das, was markiert wurde, das, was markierend
war, und das, was gestattete, im Einem die Markierung des Anderen zu sehen.<<
Dieses auf der Repräsentation basierende Zeichensystem sei die Grundlage
einer allgemeinen Ordnungswissenschaft gewesen, deren Begriffsraster Foucault
rekonstruiert. Anschließend zeichnet er dieses System in drei scheinbar
unterschiedlichen Teildiskurse der Zeit, in der allgemeinen Grammatik,
in der Naturgeschichte und in der Analyse der Reichtümer, nach. So leite
sich beispielsweise der Wert vom Geld nicht mehr aus seinem Edelmetallbestand
ab, sondern aus der auf ihm abgebildeten Repräsentation des Souveräns.
Im zweiten Teil des Werks widmet sich Foucault einem erneuten Wandel des
Denksystems im 18. Jahrhundert: in einer Analyse schildert er, wie aus
der Betonung der Zirkulation von Geld die bestimmende Rolle der Arbeit
entstanden sei, wie die Analyse der äußeren Merkmale von Pflanzen und Tieren
in der Naturgeschichte der Vorstellung von Organisation und Funktion in
der sich formierenden Biologie gewichen sei, und wie anstelle einer reinen
Kategorisierung der Unterschiede der Sprachen durch die Entdeckung der
Flexion ihre gemeinsamen Verbindungen festgestellt wurden. 

Autoreninfo

Foucault, Michel
Paul-Michel Foucault wurde am 15. Oktober 1926 in Poitiers als Sohn einer angesehenen Arztfamilie geboren und starb am 25. Juni 1984 an den Folgen einer HIV-Infektion. Nach seiner Schulzeit in Poitiers studierte er Philosophie und Psychologie in Paris. 1952 begann seine berufliche Laufbahn als Assistent für Psychologie an der geisteswissenschaftlichen Fakultät in Lille. 1955 war er als Lektor an der Universität Uppsala (Schweden) tätig. Nach Direktorenstellen an Instituten in Warschau und Hamburg (1958/1959) kehrte er 1960 nach Frankreich zurück, wo er bis 1966 als Professor für Psychologie und Philosophie an der Universität Clermont-Ferrand arbeitete. In diesem Zeitraum erschien 1961 seine Dissertationsschrift Folie et d‚raison. Histoire de la folie … l'ƒge classique (dt.: Wahnsinn und Gesellschaft). Er thematisierte darin die Geschichte des Wahnsinns und das Zustandekommen einer Abgrenzung von geistiger Gesundheit und Krankheit und die damit einhergehenden sozialen Mechanismen. 1965 und 1966 war er Mitglied der Fouchet-Kommission, die von der Regierung für die Reform des (Hoch-)Schulwesens eingesetzt wurde. 1966 wurde Les mots et les choses - Une arch‚ologie des sciences humaines (dt.: Die Ordnung der Dinge) veröffentlicht, worin er mit seiner diskursanalytischen Methode die Wissenschaftsgeschichte von der Renaissance bis ins 19. Jahrhundert untersuchte. Nach einem Auslandsaufenthalt als Gastprofessor in Tunis (1965-1968) war er an der Reform-Universität von Vincennes tätig (1968-1970). 1970 wurde er als Professor für Geschichte der Denksysteme an das renommierte CollŠge de France berufen. Gleichzeitig machte er durch sein vielfältiges politisches Engagement auf sich aufmerksam. In diesem Kontext entstand die Studie Surveiller et punir (dt.: Überwachen und Strafen). 1975-1982 unternahm er Reisen nach Berkeley und Japan sowie in den Iran und nach Polen.  

Mehr vom Verlag:

Suhrkamp Verlag AG

Mehr vom Autor:

Foucault, Michel

Produktdetails

Medium: Buch
Format: Kartoniert
Seiten: 480
Sprache: Deutsch
Erschienen: September 2012
Auflage: Neuauflage
Maße: 179 x 109 mm
Gewicht: 292 g
ISBN-10: 3518276964
ISBN-13: 9783518276969

Bestell-Nr.: 78558 
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KNO-SAMMLUNG: suhrkamp taschenbuch wissenschaft 96
KNOABBVERMERK: 25. Aufl. 2002. 469 S. 177 mm
Einband: Kartoniert
Auflage: Neuauflage
Sprache: Deutsch
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