Keine Angst vor Niemand
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Keine Angst vor Niemand (Kartoniert)

Über die Siebziger, die Bewegung 2. Juni und die RAF

von Rollnik, Gabriele / Dubbe, Daniel

  Buch
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Buch   (Kartoniert)
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Beschreibung zu "Keine Angst vor Niemand"  (Buch)

Mutige Gefängnisausbrüche und das Verteilen von "revolutionären Negerküssen" bei einem Banküberfall wurden zum Markenzeichen der "Bewegung 2. Juni", ebenso die erfolgreiche Entführung des CDU-Spitzenkandidaten Lorenz in Berlin, aufgrund derer fünf Gefangene freigelassen wurden. Gabriele Rollnik beschreibt ihren Weg von der Soziologiestudentin zu Beginn der siebziger Jahre in Berlin bis zum Leben im Untergrund.

Der Vater war Polizist in Dortmund - und Gabriele Rollnik ging 1970 zum Studium der Soziologie in das studentenbewegte Berlin, um Familie und Provinz hinter sich zu lassen. Sie brach das Studium ab und näherte sich, nach einem Intermezzo als Bandarbeiterin in einem Großbetrieb, dem "Untergrund" zunächst als Quartiersgeberin. Sie beschreibt ihre Zeit in der Bewegung 2. Juni, den Übergang vom "Blues" zum bewaffneten Kampf, die Banküberfälle, die Gefangenenbefreiung und den eigenen Gefängnisausbruch zusammen mit drei anderen Frauen. Es werden Kontakte zur RAF geknüpft und eine Zusammenarbeit diskutiert.
Im Gespräch mit Daniel Dubbe zieht Gabriele Rollnik Bilanz: wie war die Situation der Frauen in der Illegalität? Wie kam sie mit dem Leben im Untergrund zurecht? Wie sahen die politischen oder gesellschaftlichen Perspektiven tatsächlich aus? Und schließlich: wie blickt sie heute - nach 15 Jahren Gefängnis - auf ihre Geschichte zurück? 

Medium:  Buch
Seiten:  127
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  Februar 2004
Mehr vom Autor
› Rollnik, Gabriele / Dubbe, Daniel
Mehr vom Verlag:
› Edition Nautilus
Maße:  208 x 124 mm
Gewicht:  177 g
ISBN-10:  3894014369
ISBN-13:  978-3894014360

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  oberflächlich

- von Rezensentin/Rezensent aus Deutschland, 03.02.2007 -

es ist notwendig sich mit der deutschen Geschichte zu befassen, Fragen zu stellen. Auch zum Thema Terrorismus.Es gibt auch gute Bücher zum Thema. Dieses Buch aber hört dort auf wo es interessant wird. "Es war ein schönes Leben" zieht Rollnik Bilanz. Überfall hier, Ausbruch dort, Lorenz Entführung und das Opfer bestätigt auch noch wie gut es behandelt wurde. Etwas naiv alles. Antworten wirken manchmal wie auswendig vorgelernt. Abstossend wird es dort wo nach dem Mord von Drenckmann gefragt wird. Bis heute nicht aufgeklärt wer ihn ermordete. Und Rollnik hat auch nichts zur Aufklärung beigetragen. "Haben wir verdrängt" ihre lapidare Antwort. Und Dubbe fragt nicht nach. Welche sektenartigen Gruppenstrukturen müssen vorliegen wenn ein Mord mal so eben verdrängt wird? Was ist heute? Hat Rollnik sich jemals Gedanken drüber gemacht? Sie sind ja schon aus dem Gefängnis raus. Was ist mit den Angehörigen? Sie hatten vielleicht nicht ein so schönes Leben. Gibt es einen Ansatz von Mitgefühl? Nein, so resümieren es auch Wissenschaftler, Psychologen, Historiker wie z.B. Kraushaar oder Dorothea Hauser u.a zu Frau Rollnik. (z.B. in den Büchern: Die RAF und der linke Terrorismus).
Dieses Buch ist politisch phrasenhaft, naiv und verniedlichend. Schrecklich für die Opfer. Und vorallem: die Fragen hören dort auf wo es interessant wird.
Aber es gibt Einblick in die Psyche der Befragten, die sich selber eine mehr als unvollständige Wahrheit bastelt. Ihre Verhaftung nennt sie Verschleppung...so als ob sie das Opfer ist. So bringt Geschichtsaufarbeitung nicht weiter. Schon alleine in der Buchbeschreibung: erfolgreiche Entführung. Für wen? Das Opfer? Die Angehörigen? Für sie selber? Für den Staat?. Entführung ist eine Straftat und Folter. 

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Autormehr Info ›

Daniel Dubbe, geb. 1942, freier Schriftsteller und Journalist, veröffentlichte u.a. Wilde Männer, wenig Frauen (1984), Große Insel fernsüdlich (1989), Bessere Tage (1995) Hart auf Hart (2002). Drehbücher zu Kanakerbraut (1983) und Mau-Mau (1991), beide mit Uwe Schrader.
Gabriele Rollnik, geboren 1950 in Dortmund, ab 1970 Studium der Sozialwissenschaften. Politische Aktivitäten in der neugegründeten Frauenbewegung. Abbruch des Studiums für Tätigkeit als Montiererin bei AEG-Telefunken. Ab 1974 Mitgliedschaft in der Bewegung 2. Juni. Teilnahme an der Entführung des CDU-Politikers Lorenz. 1975 erste Festnahme. 10 Monate später Ausbruch aus dem Berliner Gefängnis zusammen mit drei anderen gefangenen Frauen. 1978 Befreiungsaktion der Bewegung 2. Juni im Gefängnis Moabit, aus dem ein Gefangener der Bewegung befreit wird. Zwei Monate darauf zweite Festnahme durch ein Zielfahndungskommando des BKA in Bulgarien. Überstellung in die BRD, bis 1992 in Kleingruppenisolation in den Hochsicherheitsgefängnissen Berlin und Lübeck. Teilnahme an sechs kollektiven Hungerstreiks. Nach Absitzen der gesamten Strafe von 15 Jahren 1992 entlassen. Lebt und arbeitet in Hamburg.  

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