Die verlorene Ehre der Katharina ...
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Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann (Erzählung) (Kartoniert)

(Tb)

von Böll, Heinrich

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Erzählung  
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Beschreibung zu "Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und ..."  (Erzählung)

Am Vorabend von Weiberfastnacht verlässt eine junge Frau von 27 Jahren ihre Wohnung, um an einem privaten Tanzvergnügen teilzunehmen. Vier Tage später klingelt sie bei Kriminaloberkommissar Walter Moeding und gibt zu Protokoll, sie habe in ihrer Wohnung einen Journalisten erschossen.

Die junge anständige Haushälterin Katharina Blum lernt beim Tanzen den
Betrüger und Bundeswehrdeserteur Ludwig Götten kennen, verliebt sich, verbringt
die Nacht mit ihm und verhilft ihm am nächsten Tag zur Flucht. In der Annahme,
sie sei eine Komplizin des vermeintlichen Terroristen Götten, wird die
unbescholtene, von Bekannten als prüde angesehene Blum am Morgen verhaftet
und gerät sofort ins erbarmungslose Visier einer auflagenstarken Boulevardzeitung.
Nach der verleumderischen, verlogenen Berichterstattung und dem Tod von
Katharinas Mutter, nach beruflicher und sozialer Degradierung durch ihren
einstigen Arbeitgeber und unter wachsendem psychischem Druck entlädt sich
Katharinas Verzweiflung in der Ermordung des skrupellosen Reporters Tötges. 

Medium:  Buch
Seiten:  160
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  Januar 2002
Auflage:  N.-A.
Mehr vom Autor
› Böll, Heinrich
Mehr aus der Reihe:
› dtv
Mehr vom Verlag:
› dtv Verlagsgesellschaft
Maße:  190 x 122 mm
Gewicht:  180 g
ISBN-10:  3423011505
ISBN-13:  978-3423011501

Zusammenfassungmehr Info ›


Katharina Blum ist eine junge hübsche Haushälterin,
die sich eine kleine Eigentumswohnung und einen Volkswagen leisten
kann. Sie hat ein heiter-bescheidenes Wesen und wird, weil sie
Zudringlichkeiten der Männer verabscheut, in ihrer Umgebung
die »Nonne« genannt. Diese Frau verliebt sich spontan
in einen jungen Mann, einen von der Polizei gesuchten radikalen
Rechtsbrecher. Sie verhilft ihm zur Flucht und gerät in
den Mittelpunkt der Sensationsmache einer großen Boulevardzeitung...
»Das Netz von Beziehungen, in welches Böll diese Menschen
verstrickt, das labile Gebäude von Abhängigkeiten, das
er mit stillem Humor und sprühendem Witz nach und nach sichtbar
werden läßt, erscheinen keinen Augenblick als Konstruktion.
In der abgerundeten, ausgeglichenen Form dieser auf knappstem
Raum entwickelten brillanten Komposition bewährt sich ein
großer Erzähler.« (Neue Zürcher Zeitung)

 

Kritikmehr Info ›

"Ein Meisterwerk, das in Zeiten von Bild-Leserreportern und youtube nichts von seiner Aktualität verloren hat."
Kölner Stadt-Anzeiger 03.04.2008 

Leseprobemehr Info ›


Für den folgenden Bericht gibt es einige Neben- und drei
Hauptquellen, die hier am Anfang einmal genannt, dann aber nicht
mehr erwähnt werden. Die Hauptquellen: Vernehmungsprotokolle
der Polizeibehörde, Rechtsanwalt Dr. Hubert Blorna, sowie
dessen Schul- und Studienfreund, der Staatsanwalt Peter Hach,
der - vertraulich, versteht sich - die Vernehmungsprotokolle,
gewisse Maßnahmen der Untersuchungsbehörde und Ergebnisse
von Recherchen, soweit sie nicht in den Protokollen auftauchten,
ergänzte; nicht, wie unbedingt hinzugefügt werden muß,
zu Offiziellem, lediglich zu privatem Gebrauch, da ihm der Kummer
seines Freundes Blorna, der sich das alles nicht erklären
konnte und es doch »wenn ich es recht bedenke, nicht unerklärlich,
sogar fast logisch« fand, regelrecht zu Herzen ging. Da
der Fall der Katharina Blum angesichts der Haltung der Angeklagten
und der sehr schwierigen Position ihres Verteidigers Dr. Blorna
ohnehin mehr oder weniger fiktiv bleiben wird, sind vielleicht
gewisse kleine, sehr menschliche Unkorrektheiten, wie Hach sie
beging, nicht nur verständlich, auch verzeihlich. Die Nebenquellen,
einige von größerer andere von geringerer Bedeutung,
brauchen hier nicht erwähnt zu werden, da sich ihre Verstrickung,
Verwicklung, Befaßtheit, Befangenheit, Betroffenheit und
Aussage aus dem Bericht selbst ergeben.

 

Autormehr Info ›

Heinrich Böll, am 21. Dezember 1917 in Köln geboren, war nach dem Abitur Lehrling im Buchhandel, danach Studium der Germanistik, von 1939-45 Soldat, dann Gefangenschaft; nach dem Krieg Student und Hilfsarbeiter in der Tischlerei des Bruders.
Seit 1947 veröffentlichte er Erzählungen, Romane, Hör- und Fernsehspiele, Theaterstücke als freier Schriftsteller in Köln. U. a. war er auch als Übersetzer aus dem Englischen tätig. Für sein Werk erhielt er 1967 den Büchner-Preis und 1972 den Nobel-Preis für Literatur, war Präsident des bundesdeutschen und des internationalen PEN-Clubs. Er starb am 16. Juli 1985 in Langenbroich. 

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