Produktbeschreibung
Ein Vogel der brüllt wie ein Tiger und flucht wie ein waschechter Matrose?
Das kann nur Beo Padde sein, den es von Indien nach Hamburg verschlagen
hat. Wenn Padde loslegt, ist im Zoogeschäft von Herrrn Schulte, im Tierpark
Hagenbeck oder beim Tierstimmenimitator Kluge die Hölle los. Aber so lustig
das Verwirrspiel auch ist, Padde braucht ein Zuhause! Da trifft er auf
ein kleines Mädchen...Eine weitere turbulente Tiergeschichte vom Erfinder
des 'Rennschwein Rudi Rüssel'
Leseprobe
Nein, ich bin keine Krähe. Ich bin ein Beo und heiße
Padde. Padde wie Frosch oder Kröte. Ein seltsamer Name
für einen Vogel. Aber als Junges bin ich beim Fliegenlernen
wie ein Frosch hin und her gehüpft, und darum nannten mich
meine Eltern Padde.
Bei uns im Dschungel gab es viele Vogelarten, und fast alle waren
bunt. Da gab es rote, gelbe, blaue, grüne, lila und karminrote
Federn: als hätte der Regenbogen Flügel bekommen. Und
zwischen all diesen Farben hüpften wir Beos herum - schwarz.
Saßen wir, meine Geschwister und ich, auf einem Ast, kamen
die bunten Vögel an und riefen: «Die Beos, die Beos,
das sind die öden Leos.» Mein Vater heißt nämlich
Leo. Und wenn wir dann traurig dahockten, weil schwarz wirklich
eine langweilige Farbe ist, kam der Vater und tröstete uns:
«Auf das Aussehen kommt es nicht an!» sagte er. Und
dann flüsterte er: «Paßt mal auf.»
Er holte tief Luft und brüllte wie ein Tiger. «Ruauuuuauuu.»
Wusch, flogen all die bunten Vögel hoch und flatterten ängstlich
in der Luft umher. Aber es war kein Tiger zu sehen. ...
Autoreninfo
Timm, Uwe
Uwe Timm wurde 1940 in Hamburg geboren. Geschichten faszinierten Uwe Timm von klein auf: Er lauschte dem ¯Seemannsgarn® seines Großvaters, einem Kapitän, schlich immer wieder zu seiner Tante ins Hafenviertel, in deren Küche sich Leute aus dem Rotlichtmilieu trafen, und schrieb schon als Schuljunge eigene Geschichten. Nach dem Tod des Vaters leitete er drei Jahre lang das Kürschnergeschäft, machte dann am Braunschweig-Kolleg sein Abitur und studierte in München und Paris Philosophie und Germanistik. Er promovierte mit einer Arbeit über Albert Camus. Anschließend studierte er Soziologie und Volkswirtschaftslehre.
Den Aufbruch Ende der sechziger Jahre erlebte Uwe Timm als Student aktiv mit. Er zählt zu den wichtigsten Vertretern der 68er-Generation; die Aufarbeitung dieser Zeit zieht sich durch sein gesamtes Werk.
Der Vater von vier Kindern verfasste auch vier Kinder- und Jugendbücher. Außerdem arbeitete er als Drehbuchautor. Für seine Romane und Erzählungen erhielt Uwe Timm zahlreiche Auszeichnungen und Preise: 2001 den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und den Tukanpreis der Landeshauptstadt München, 2002 den Literaturpreis der Landeshauptstadt München, 2003 den Schubart-Literaturpreis und den Erik-Reger-Preis der Zukunftsinitiative des Landes Rheinland-Pfalz. 2006 wurde Uwe Timm mit dem Premio Napoli sowie dem Premio Mondello ausgezeichnet, 2009 erhielt er den Heinrich-Böll-Preis und 2012 die Carl-Zuckmayer-Medaille. 2013 wurde Uwe Timm der Kulturelle Ehrenpreis der Landeshauptstadt München verliehen, 2018 der Schillerpreis und das Bundesverdienstkreuz.
Uwe Timm lebt in München und Berlin.