Abschied von Sidonie
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Abschied von Sidonie (Erzählung) (Kartoniert)

(Tb)

von Hackl, Erich

  Buch
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Erzählung  
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Beschreibung zu "Abschied von Sidonie"  (Erzählung)

"Man liest die Geschichte des Zigeunermädchens
Sidonie mit angehaltenem Atem, als lese man ähnliches zum erstenmal, als handelte es sich um ein
einmaliges Geschehen, als hätte es nicht millionenfach ähnliche Schicksale gegeben. Aber der
Autor weiß und der Leser spürt: Diese Geschichte
ist einmalig, so wie jedes Individuum einmalig
ist."
Neue Zürcher Zeitung

"Erich Hackl erzählt den authentischen Fall unprätentiös schlicht, wie eine
Kalendergeschichte
- und erzeugt heilsame Wut gegen Denunziantentum."
Stern, Hamburg

"Wie schon in seinem Debütroman Auroras Anlaß (detebe 21731) hält sich Hackl an die
Aussagekraft der nackten Fakten und vertraut seine
himmelschreiende Geschichte zunächst einem
trocken-emotionslosen Erzählton an. Aber dann
zerbirst die Chronisten-Gleichmut: Hackl wandelt sich zum zornigen Ankläger. Sidonies Fall
gerät zum Exempel für Opportunismus und
Gesinnungslumperei."
profil, Wien

"Seine ohnmächtige Wut angesichts dieses
Schicksals artikuliert Hackl in einer meisterhaften Sprache, sachlich und unbarmherzig
beschreibt er das Versagen menschlicher Solidarität."
Schweizer Illustrierte, Zürich

"Eine meisterhafte Erzählung."
FAZ 

Medium:  Buch
Seiten:  , 128
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  August 1991
Mehr vom Autor
› Hackl, Erich
Mehr aus der Reihe:
› Diogenes Taschenbücher
Mehr vom Verlag:
› Diogenes Verlag AG
Maße:  182 x 113 mm
Gewicht:  146 g
ISBN-10:  3257224281
ISBN-13:  978-3257224283

Leseprobemehr Info ›


Am achtzehnten August 1933 entdeckte der Pförtner des Krankenhauses
von Steyr ein schlafendes Kind. Neben dem Säugling, der
in Lumpen gewickelt war, lag ein Stück Papier, auf dem mit
ungelenker Schrift geschrieben stand: »Ich heiße Sidonie
Adlersburg und bin geboren auf der Straße nach Altheim.
Bitte um Eltern.«


Der Mann, ein gewisser Mayerhofer, grau, schlank, 63 Jahre alt,
hatte im Zimmer hinter der Portiersloge, das ihm als Dienstwohnung
zugewiesen war, geschlafen, ehe er, kurz nach Mitternacht, hochschreckte.
Ihm war gewesen, als habe er die Türglocke schellen gehört.
Sicher war er sich nicht; schon mehrmals in letzter Zeit hatte
ein schrilles Läuten seine Träume zerrissen, war er
aufgesprungen und zum Portal gelaufen, hatte aber erkennen müssen,
daß ihm sein überreiztes Gehör einen Streich gespielt
hatte. Deshalb blieb er jetzt noch halb aufgerichtet auf seiner
Pritsche sitzen und horchte in die Dunkelheit. Es blieb still.
Trotzdem entschloß er sich endlich, Nachschau zu halten.
Mayerhofer stieß die Decke von sich, schwang seine Beine
über den Bettrand und tappte im Finstern nach den Schuhen.
Etwas vornübergebeugt, den eckigen Kopf zwischen die Schultern
gestemmt, so schlurfte er in den Flur, wo das Nachtlicht ... .

 

Autormehr Info ›

Erich Hackl wurde 1954 in Steyr (Oberösterreich) geboren. Er studierte in Salzburg und Mßlaga Germanistik und Hispanistik und war drei Jahre Lektor an der Universidad Complutense in Madrid. Zurück in Österreich, war er Spanischlehrer an einer Mittelschule und Lehrbeauftragter an der Universität Wien. Seit 1983 arbeitet Hackl als Übersetzer, Herausgeber und freier Schriftsteller. 2004 erhielt er den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels "für Toleranz im Denken und Handeln." 

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