PORTO-
FREI

Ingrid Babendererde

Reifeprüfung 1953

von Johnson, Uwe   (Autor)

Eine Reifeprüfung besonderer Art haben die beiden Hauptprotagonisten in Uwe Johnsons erstem Roman, der erst nach seinem Tode veröffentlicht wurde, abzulegen: Klaus Niebuhr und Ingrid Babendererde müssen sich nicht nur auf die schulische Reifeprüfung vorbereiten, sondern sich auch zu der Kampagne der staatlichen Institutionen der DDR gegen die evangelische "Junge Gemeinde" verhalten. Ingrid Babendererde soll auf einer Schulversammlung, gegen die Wahrheit, die Mitglieder der "Jungen Gemeinde" denunzieren. Sie nutzt ihre Rede jedoch dazu, die "Junge Gemeinde" unter Hinweis auf die Verfassung der DDR zu verteidigen und den Direktor der Schule wegen seines Vorgehens zu kritisieren, und wird aus der Schule ausgeschlossen. Daraufhin entschließt sich das "Paar", in den Westen zu gehen, in eine "Lebensweise", die sie "für die falsche erachten". Ingrid Babendererde weist bereits alle Merkmale auf, die für das Werk von Uwe Johnson charakteristisch sind: die distanzierte und zugleich einfühlend-liebevolle Art, in der der Erzähler mit seinen Personen umgeht, die eigensinnige Sprache, die den Eigensinn der Personen und ihrer Handlungen in den Anfangsjahren der DDR wiedergibt.

Buch (Kartoniert)

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Produktbeschreibung

Eine Reifeprüfung besonderer Art haben die beiden Hauptprotagonisten in Uwe Johnsons erstem Roman, der erst nach seinem Tode veröffentlicht wurde, abzulegen: Klaus Niebuhr und Ingrid Babendererde müssen sich nicht nur auf die schulische Reifeprüfung vorbereiten, sondern sich auch zu der Kampagne der staatlichen Institutionen der DDR gegen die evangelische "Junge Gemeinde" verhalten. Ingrid Babendererde soll auf einer Schulversammlung, gegen die Wahrheit, die Mitglieder der "Jungen Gemeinde" denunzieren. Sie nutzt ihre Rede jedoch dazu, die "Junge Gemeinde" unter Hinweis auf die Verfassung der DDR zu verteidigen und den Direktor der Schule wegen seines Vorgehens zu kritisieren, und wird aus der Schule ausgeschlossen. Daraufhin entschließt sich das "Paar", in den Westen zu gehen, in eine "Lebensweise", die sie "für die falsche erachten". Ingrid Babendererde weist bereits alle Merkmale auf, die für das Werk von Uwe Johnson charakteristisch sind: die distanzierte und zugleich einfühlend-liebevolle Art, in der der Erzähler mit seinen Personen umgeht, die eigensinnige Sprache, die den Eigensinn der Personen und ihrer Handlungen in den Anfangsjahren der DDR wiedergibt. 

Zusammenfassung


Eine Reifeprüfung besonderer Art haben die beiden Hauptprotagonisten
in Uwe Johnsons erstem Roman, der erst nach seinem Tode veröffentlicht
wurde, abzulegen: Klaus Niebuhr und Ingrid Babendererde müssen
sich nicht nur auf die schulische Reifeprüfung vorbereiten,
sondern sich auch zu der Kampagne der staatlichen Institutionen
der DDR gegen die evangelische »junge Gemeinde« verhalten.
Ingrid Babendererde soll auf einer Schulversammlung, gegen die
Wahrheit, die Mitglieder der »jungen Gemeinde« denunzieren.
Sie nutzt ihre Rede jedoch dazu, die »junge Gemeinde«
unter Hinweis auf die Verfassung der DDR zu verteidigen und den
Direktor der Schule wegen seines Vorgehens zu kritisieren, und
wird aus der Schule ausgeschlossen. Daraufhin entschließt
sich das »Paar«, in den Westen zu gehen, in eine »Lebensweise«,
die sie »für die falsche erachten«. Ingrid
Babendererde
weist bereits alle Merkmale auf, die für
das Werk von Uwe Johnson charakteristisch sind: die distanzierte
und zugleich einfühlend-liebevolle Art, in der der Erzähler
mit seinen Personen umgeht, die eigensinnige Sprache, die den
Eigensinn der Personen und ihrer Handlungen in den Anfangsjahren
der DDR wiedergibt.

 

Leseprobe


Einerseits kam am Dienstag kurz vor Mittag ein langes graues Motorboot
auf dem Fluss aus dem kühlen Weitendorfer Wald unter die
Sonne. Das harte unermessliche Licht brachte das Grau zum Glitzern
und der Wald warf den eingeschluckten Lärm hinterher in die
Windstille der Uferbüsche und Knicks. Das Boot lief in beständiger
Eile zwischen den Wiesen weiter zur Stadt, die weitab vor einem
langen Waldbuckel war. Über dem Grasrand des niedrigen Ufers
scheitelte sich der rote grobkantige Domturm stumpf gegen den
Himmel vor dem Grossen Eichholz, darüber im tiefen Blau rekelte
sich kleines rundliches Gewölk. Um den Turm lag ein breites
unebenes Feld von Dächern, das sprühte Licht in seinen
vielen Schrägen. Allmählich wurden die Häuser
deutlich, die waren bunt und trocken in der Hitze des Mittags.
Die Sonne stand sehr hoch über den Wiesen. Die Knicks rührten
sich kaum und waren ohne Schatten. Knicks sind Buschhecken, die
eigentlich den Zaun ersetzen sollen, aber es waren Lücken
zwischen den kleinen Weiden und Erlensträuchern, und da standen
doch lahme Drahtzäune neben ihnen. Durch die weite Mulde
vor der Stadt krümmte sich eine Reihe alter grossköpfiger
Weiden und zog sich mühsam empor an dem Weitendorfer Berg.
Neben ihnen schwankte ein Pferdewagen in einer langsamen Staubwolke.


Durch diese freundliche weitgeschwungene Landschaft zog das Boot
seinen ebenmässigen scharfen Lärm auf dem Fluss, die
Kielwellen quollen gewaltsam auf und rutschten heftig in das dürre
Schilf, das sich hastig vor ihnen verbeugte.

 

Autoreninfo

Uwe Johnson wurde 1934 in Kammin/Vorpommern geboren. Er studierte Germanistik in Rostock und Leipzig. In Rostock weigerte er sich, die staatliche Verleumdung der "Jungen Gemeinde" zu unterstützen, weshalb er exmatrikuliert wurde. Im Zuge der staatlichen Schadensbegrenzung nach dem 17. Juni 1953 wurde Johnson wieder zum Studium zugelassen. Johnsons Mutter verließ mit seiner Schwester 1956 die DDR. Er blieb. Erst zum Erscheinen seines Romans "Mutmassungen über Jakob", 1959, zog Johnson nach Westberlin. Nach den ersten Romanen einigte sich die Kritik zu Johnsons Missfallen auf das Etikett Dichter der beiden Deutschland. 1960 erhielt er den Fontane-Preis der Stadt West-Berlin. Von 1966 bis 1968 lebte er mit seiner Familie in New York, wo er als Schulbuchlektor arbeitete. 1971 wurde der Schriftsteller mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Drei Jahre später zog Johnson nach Sheerness in England, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1984 lebte. 

Mehr vom Verlag:

Suhrkamp Verlag AG

Mehr aus der Reihe:

edition suhrkamp

Mehr vom Autor:

Johnson, Uwe

Produktdetails

Medium: Buch
Format: Kartoniert
Seiten: 272
Sprache: Deutsch
Erschienen: Januar 2009
Auflage: Neuauflage
Maße: 176 x 108 mm
Gewicht: 167 g
ISBN-10: 351811817X
ISBN-13: 9783518118177
Verlagsbestell-Nr.: 11817

Bestell-Nr.: 127457 
Bestell-Nr. Verlag: 11817

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Warengruppe: 21110 

KNO: 04643192
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KNO-SAMMLUNG: Edition Suhrkamp Nr.1817
KNOABBVERMERK: 18. Aufl. 2008. 263 S. 176 mm
Einband: Kartoniert
Auflage: Neuauflage
Sprache: Deutsch

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