Underground Railroad
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Underground Railroad (Gebunden)

von Whitehead, Colson

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Beschreibung zu "Underground Railroad"  (Buch)

Colson Whiteheads Bestseller über eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte Amerikas - ausgezeichnet mit dem Pulitzer Preis 2017

Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht - doch wie und wohin? Da hört Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangt sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet am Ende wirklich die Freiheit? Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika. 

Medium:  Buch
Seiten:  352
Format:  Gebunden
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  August 2017
Sonstiges:  .505/25655
Mehr vom Autor
› Whitehead, Colson
Mehr vom Verlag:
› Hanser, Carl GmbH + Co.
Originaltitel:  The Underground Railroad
Maße:  218 x 148 mm
Gewicht:  538 g
ISBN-10:  3446256555
ISBN-13:  978-3446256552
Verlagsbestell-Nr.:  505/25655

Kundenrezensionenmehr Info ›

  geschichtsträchtig

- von Rezensentin/Rezensent aus rostock, 23.08.2017 -

Dieses preisgekrönte Buch ist empfehlenswert. Die Handlung verläuft in mehreren Zeit- und Personenebenen. Zum Teil auch etwas durcheinander. Der Inhalt des Sklavendramas um Cora und ihre Familie zeigt das Leben und Miteinander der Sklaven und berichtet auch vom Aufbau der USA. Die Under Ground Rail Road ist ein fantastisches System zur Sklavenschleusung , die von fremden Leuten, die sich für die Abschaffung der Sklaverei einsetzen, unterhalten wird . Es werden geschichtliche Konflikte, wie der Unterschied der Bundesländer zur Sklavenhaltung und deren Abschaffung dargestellt.
Der Schreibstil ist fesselnd und flüssig. Die Protagonisten sind gut herausgearbeitet und erkennbar. Wie anfangs beschrieben: empfehlenswert und eigentlich aktuell- Flüchtlinge. 

  Ein dunkles Kapitel Amerikas treffend inszeniert

- von steffi aus Gotha, 21.08.2017 -

Amerika steht bei uns Deutschen als Land der Demokratie hoch im Kurs ? sehen wir mal von den derzeitigen Auswüchsen ab.
Wir beneiden die Amerikaner um ihr Nationalbewusstsein ? aber nicht nur wir Deutschen haben blinde Flecken in unserer Geschichte ?
Mir erscheint es nach der Lektüre dieses Roman zweifelhaft , ob die Amerikaner mit diesen Flecken so umgehen , wie sie das von uns Deutschen gerne erwarten ? und wie es auch richtig ist.
COLSON WHITEHEAD erklärt in seinem Roman Amerikas schmutzige Seiten im Georgia des frühen 19. Jahrhunderts : Eine Sklavin flieht durch ein geheimes Fluchtwegenetz: die Untergrundbahn des Titels .In der Realität war sie ein Netzwerk von Gegnern der Sklaverei - im Roman wird sie zu einer echten unterirdischen Eisenbahn, die quer durch Amerika geflohene Sklaven in den Norden bringt.
Deshalb bekam Colson Whitehead auch den National Book Award in der Kategorie "Fiktion".
Er erzählt die Geschichte von Cora, einer Sklavin auf einer Baumwollplantage in Georgia vor dem amerikanischen Bürgerkrieg. Durch den Sklaven Caesar , der neu auf der Plantage, ist erfährt sie von einem geheimen Fluchthelfer-Netzwerk. Die beiden entschließen sich zur Flucht.
Der Roman beginnt mit Ajarry, Coras Großmutter, die mit einem Schiff nach Amerika verschleppt wurde und die immer wieder weiterverkauft wurde.
Am Ende ihres Lebens kam sie auf die Farm der Randalls. An diesem Ort wuchs auch ihr Enkelin Cora auf. Deren Mutter Mabel wagte den Weg in den Norden, während ihre Großmutter ihr Schicksal ertrug. In Cora sind Beide verwurzelt, deshalb will sie zunächst nicht fliehen; sie weiß ja auch nicht, was sie erwartet.
Die Flucht gestaltet sich schwierig und die Angst, wieder eingefangen zu werden, hängt ständig wie ein Damoklesschwert über Cora.
Am Cover gefällt mir besonders der weite Sternenhimmel; ein Himmel , den Cora sicher oft auf ihrer Flucht gesehen hat und der sie vielleicht auch zum Träumen von der großen Freiheit lässt. Und im Hintergrund ? wie zum Beweis- beginnt der neue Tag.
Das fundierte Sachwissen des Romans spiegeln im Cover die großen Letter des Titels sehr gut wider. Fiction und Realität sind nicht nur im Cover gut verwoben. 

  anspruchsvolle Leichtigkeit

- von Rezensentin/Rezensent aus Bielefeld, 21.08.2017 -

Mit einem Sklavenschiff ist Ajarry, Coras Großmutter, nach Amerika gekommen. Auf der Randellfarm wurde Mabel, Coras Mutter, geboren und auch Cora selbst hat ihr noch junges Leben nur dort verbracht. Mit ihren zehn Jahren steht Cora nun alleine da, die Großmutter starb, die Mutter ist geflüchtet und trotz intensiver Suche der Sklavenfänger wurde sie nicht gefasst. Cora wurde zur Außenseiterin und lernt früh, nicht nur gegen der Herrschaft sondern auch gegen die Aufseher und auch gegen die anderen Sklaven zu bestehen. Als es auf der Randellfarm immer brutaler wurde und Cora selbst um ihr Leben fürchtete, nahm sie das Angebot Caesars an, mit ihm gemeinsam zu fliehen. Sie wussten, wenn sie gefangen genommen wurden stand ihnen ein langsamer, sehr schmerzhafter Tod bevor. Caesar war einer der wenigen Sklaven die lesen konnten, er hatte Kontakte außerhalb der Farm und bekam Hilfe eines Weißen, der ihnen den Weg zur Underground Railroad zeigte. Eine Wege- und Schienennetz im Verborgenen, immer eine Station weiter in den sichereren Norden Amerikas. Auch für die Helfer war es lebensgefährlich. Auf Coras Spuren folgte ihr der Sklavenfänger Ridgeway.
Ein erschütternder Roman, der die Brutalität der Plantagenbesitzer, die Sklaverei und die Leiden der schwarzen Bevölkerung, die Trennung der Familien, vor Augen führt. Der Wunsch nach Freiheit wird auch für die fiktive Figur Cora zum Antrieb, sich vieler Gefahren auszusetzen. Wir leiden und hoffen mit Cora mit, dass sie es schafft. Der sehr anspruchsvolle Text verlangt ein aufmerksames Lesen, dennoch ist mit einer Leichtigkeit geschrieben, die einen förmlich in die Handlung hineinzieht. Ein Buch für Kritiker wie für den "normalen" Leser ein Gewinn. Ein wichtiges Buch.  

  Underground Railroad

- von Gelinde aus Neresh., 21.08.2017 -

Dies ist mal wieder ein Buch bei dem die Erwartungen (durch die ganzen Vorschusslorbeeren) sehr hoch gesteckt sind. Und irgendwie lande ich dann oft relativ hart. Hier nicht gerade hart, aber ich kann doch keine 5 Sterne vergeben.

Die Geschichte ist eine Mischung aus historischer Geschichte und fantastischen Elementen. (Ich weiß nicht warum ich musste immer wieder an den ?Polarexpress? denken).
Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Wenn er auch immer wieder mal Sprünge aufwies, wie bei einer Unterhaltung bei der man zum Abschweifen neigt und von einem Thema zum anderen kommt (es wird nicht immer chronologisch erzählt).
Es werden sehr viele Personen und Namen genannt, bei denen ich teilweise Schwierigkeiten hatte sie alle zu platzieren.
Diese Punkte haben meinen Lesefluss immer mal wieder ins stocken gebracht.

Es wird nichts beschönigt, die menschenverachtende Grausamkeit der Sklaverei wird sehr deutlich, auch mit den unmenschlichsten Strafaktionen, erzählt.
Cora ist eine sehr junge, kluge und mutige Protagonistin, die durch ihre gute Beobachtungsgabe sehr schnell lernt und sich anpassen kann. Ihre Gedanken gehen in alle Richtungen, und sie lässt sich kein X für ein U vormachen.

Deshalb hätte ich mir auch ein bisschen mehr emotionale Nähe zu den Protagonisten (den Opfern und auch den vielen Helfern) gewünscht.

Fazit:
Eine sehr eindringlich erzählte Geschichte der schrecklichen Zeit der Sklaverei in den USA.
Von mir 4 Sterne. 

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Autormehr Info ›

Colson Whitehead, geboren 1969 in New York, studierte an der Harvard University und arbeitete für die Zeitschriften Vibe, Spin und New York Newsday sowie als Fernsehkritiker für "The Village Voice". 

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