Die Spionin
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Die Spionin (Leinen)

von Coelho, Paulo

  Buch
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Buch   (Leinen)
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Beschreibung zu "Die Spionin"  (Buch)

Wer ist die Frau hinter dem schillernden Mythos? Paulo Coelho schlüpft in ihre Haut und lässt sie in einem fiktiven, allerletzten Brief aus dem Gefängnis ihr außergewöhnliches Leben selbst erzählen: vom Mädchen Margarethe Zelle aus der holländischen Provinz zur exotischen Tänzerin Mata Hari, die nach ihren eigenen Vorstellungen lebte und liebte und so gleichsam zu einer der ersten Feministinnen wurde. Doch als der Erste Weltkrieg ausbricht, lässt sie sich - erotisch wie politisch - auf ein gefährliches Doppelspiel ein. 

Medium:  Buch
Seiten:  181
Format:  Leinen
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  November 2016
Sonstiges:  Ln
Mehr vom Autor
› Coelho, Paulo
Mehr vom Verlag:
› Diogenes Verlag AG
Originaltitel:  A Espiã
Maße:  189 x 124 mm
Gewicht:  254 g
ISBN-10:  3257069774
ISBN-13:  978-3257069778
Hinweis: Nur noch 1 Stück auf Lager.

Kundenrezensionenmehr Info ›

  Die Lebensgeschichte Mata Haris

- von Rezensentin/Rezensent aus Schweighofen, 15.01.2017 -

Feinfühlig, wenn auch etwas kapp, wie immer erzählt Coelho hier die Lebensgeschichte von Mata Hari. Man kann sich in durch seine Beschreibungen gut in Mata Hari einfühlen. Interessant und spannend. 

  Eine starke Frau mit vielen Problemen

- von querleserin_102 aus Augsburg, 13.01.2017 -

Ich bin zuerst ziemlich skeptisch an das Buch ran gegangen. Immerhin war es mein erstes Buch von Paulo Coelho und dann auch noch eine Art Biografie? Naja, ich bin aber ja offen für neues.
Schon ab der ersten Seite war ich in den Bann von Mata Hari gezogen. Eine so selbstbewusste und emanzipierte Frau zu solchen Zeiten ist wirklich bemerkenswert. Das sie ihre Familie für ihren Traum verlässt ist sehr mutig und selbst in der heutigen Zeit würde man dafür noch verurteilt werden. Man merkt schon ab den ersten Seiten, dass sie sehr unsicher ist und sich sehr auf die Meinung anderer versteift. Vor allem auf Meinungen von Männern. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sie als Tänzerin, heute würde man sie vermutlich eine Stripperin nennen, Erfolg hat. Ebenfalls ist es nicht verwunderlich, dass sie wirklich mit fast jedem erfolgreichen Mann im Bett war.
Das sie dann als Spionin angagiert wurde, war dann wohl ihr Todesurteil. Als Doppelakentin hat sie sich natürlich wohl gefühlt, aber es war nunmal nicht sonderlich intelligent. Somit wurde sie leider zum Tode verurteilt. Meiner Meinung nach hätte sie damals viel mehr bewegen können, wenn sie nur nicht so sehr auf die Meinung anderer fixiert gewesen wäre.
Leider wurde das Buch zum Ende hin dann doch etwas langweiliger und langwieriger. Irgendwie war die Luft dann einfach raus. 

  Mata Hari

- von esposa1969 aus Mannheim, 30.12.2016 -

Klappentext:

Wer ist die Frau hinter dem schillernden Mythos? Paulo Coelho schlüpft in ihre Haut und lässt sie in einem fiktiven, allerletzten Brief aus dem Gefängnis ihr außergewöhnliches Leben selbst erzählen: vom Mädchen Margaretha Zelle aus der holländischen Provinz zur exotischen Tänzerin Mata Hari, die nach ihren eigenen Vorstellungen lebte und liebte und so auf ihre Art zu einer der ersten Feministinnen wurde. Doch als der Erste Weltkrieg ausbricht, lässt sie sich auf ein gefährliches Doppelspiel ein.

Leseeindruck:

Ich muss zugegeben: Ich bin absoluter Paulo Coelho-Fan, habe alle seine Werke gelesen und freute mich immens auf seinen neuen Roman "Die Spionin". Allerdings ist dieser so ganz anders, als die Romane des Autors, die man sonst so kennt. Dieser Roman wird nach wahren Begebenheiten erzählt, aber gemischt mit fiktiven Dialogen und Szenen. Es handelt von der weltbekannten Doppelspionin der Holländerin Margaretha Zelle alias Mata Hari Codname H21. Coelho verfasst diesen Roman in einer Briefform, den Mata Hari so oder ähnlich an ihren Verteidiger hätte schreiben können. Der Prolog, der den wahren Begebenheiten entspricht, beschreibt ihre Hinrichtung, wa sich zwar sehr grausam fand, aber auch lesenswert, denn das hatte ich so noch nicht gewusst. Auch wird das Buch mit einigen Fotos der Spionin bereichert.


Insgesamt hatte ich aber mehr Roman erwartet, nicht nur Briefdialoge oder eine Auflistung ihres Schrankkoffers.

Der Roman war zu Beginn recht spannend, wurde dann aber leider immer langatmiger, weswegen ich nur 3 Sterne vergeben kann.


@ esposa1969 

  Das Leben von Margaretha Zelle

- von Josef aus Korschenbroich, 30.12.2016 -

Der unnachahmliche Autor Paulo Coelho schreibt in seinem Buch ?Die Spionin? über das Leben von Margaretha Zelle, bekannt auch als Mata Hari (javanisch: Auge des Tages = Sonne). Er schlüpfte in ihre Haut und erzählt in einem fiktiven, allerletzten Brief aus dem Gefängnis das beeindruckende und außergewöhnliche Leben dieser starken und sagenhaften Frau. Ihre Mutter starb als sie noch sehr jung war, daraufhin schickte der Vater sie zu Verwandten welche die Erziehung übernehmen sollten. Doch in der Schule, die sie dort besuchte und in der sie als Kindergärtnerin ausgebildet werden sollte, wurde sie (und auch weitere Mädchen) von dem Schuldirektor vergewaltigt. Als junge Frau wollte sie frei sein doch nach Ihrer Hochzeit mit einem viel älteren Offizier ging es ihr schlimmer wie vorher. Mit diesem Mann in Java / Niederländisch-Indien lebend entdeckte die Niederländerin aber ihre Liebe zum Tanzen. Doch es kam der Tag X an dem sie es dort nicht mehr aushielt und sich entschied zurück nach Holland zu gehen. Von dort aus ging es dann für sie aber weiter nach Paris wo sie durch Beziehungen auch die Chance hatte eine berühmte Tänzerin zu werden. Doch dann kam es zum ersten Weltkrieg und Mat Hari ließ sich auf ein gefährliches Doppelspiel ein.
Ein wunderbares Buch welches mich sehr in seinem Bann gezogen hat. Paulo Coelho hat einen einzigartigen Schreibstil und er schafft es immer wieder seine Leser zu überzeugen.
Das besonders gut gelungene Cover zeigt die attraktive Mata Hari mit ihrem exotischen Kopfschmuck und den oberen Teil vom Tanzkostüm. War diese junge Frau wirklich eine Spionin oder wurde sie einfach nur ein Opfer der Zeit??  

  Streiflichter - Einblicke in das Leben von Mata Hari

- von januar12 aus Hessen, 21.12.2016 -

Paulo Coehlo fängt mit dem Prolog gleich mit dem Ende von Mata Hari an. Es ist der 15. Oktober 1917 und es wird ihr Todesdatum werden. Hingerichtet von einem Erschiessungskommando in Vincennes, Frankreich. Nüchtern und gleichzeitig doch emotional werden ihre letzten Schritte beschrieben.

Der nachfolgende Roman gliedert sich in drei Abschnitte. Die ersten beiden stellt der Autor als Abschiedsbrief und Rekapitulation aus der Sicht von Mata Hari, die als Margaretha Zelle in 1876 in Leeuwarden geboren wurde, dar. Darin schildert sie, warum sie bereits in jungen Jahren die Niederlanden verlassen wollte und wie es kam, dass sie von der Liebe nichts hielt. Relativ nüchtern lässt Coehlo sie in diesem fiktiven Brief von ihrer Ehe, in der sie viel Gewalt ertragen musste, und ihren Kindern berichten. Eine Schlüsselszene ist ein miterlebter Selbstmord. Von da an will Margaretha sich und vor allem ihr Leben ändern. Liebe war bei ihr immer nur Mittel zum Zweck. Sie wollte hoch hinaus, berühmt werden und vor allem unabhängig. Sie wollte das Leben, dass sich ihr bot, geniesen.
Bis zum Schluß konnte (und wollte) sie nicht daran glauben, dass sie hingerichtet werden würde. Sie hatte bis zum Schluß gehofft.

Manchmal sind im Brief Fakten eingewoben (so z.B. eine Liste von Gegenständen, die sie hinterlassen hat). Dennoch sind es nur Streiflichter, vielleicht wichtige Wendepunkte, daher bleiben nach dem Lesen bei mir Lücken, was sie alles erlebt hat. Vor allem die Figur der Mata Hari wird hier sehr egozentrisch, naiv und prunksüchtig dargestellt. Es fehlen Gefühle. Am Ende soll sie sich trotzallem verliebt haben, doch diese Gefühle werden hier nur am Rande, unvollständig und wenig nachvollziehbar dargestellt, so dass man den Wandel nicht richtig nachvollziehen kann.

Im dritten Teil kommt dann ein Perspektivwechsel. Der Anwalt berichtet und rechtfertigt sich. Er stellt die größerern Zusammenhänge dar, die, die Mata Hari (angeblich) nicht überblicken konnte. War sie nun Spionin oder nicht ? War sie ein Bauernopfer des anklagenden Anwaltes ? Helfen konnten bzw. wollten ihr auch ihre früheren zahlreichen Verehrer ihr nicht mehr. Sie war ein sinkender Stern und keiner wollte mit ihr herab gezogen werden.
In einem Zeitalter, in der die Männer das sagen hatten, haben Männer über sie, die so völlig anders war, gerichtet. Und am Ende ist es ein Mann, der sie betrauert.

Ein Buch, das mir, die ich über Mata Hari bisher wenig wußte, vieles über ihr Leben und Sterben näher gebracht hat. Mir einige Informationen geliefert hat. Dennoch blieb mir ihre Geschichte zu streiflichtartig erzählt. Es ist keine Biografie - die Segmente, die Coelho hier mit dem fiktiven Roman liefert, haben zwar meine Neugier geweckt, aber mich am Ende etwas ratlos zurück gelassen. Hat er Mata Hari, die als notorische Lügnerin galt, in ihrem (fiktiven) Brief naiv wirken lassen oder war sie es wirklich? Vor allem passt dann ihre zietierte Lyrik nicht dazu. Genauso widersprüchlich sehe ich ihre Liebe am Ende, die ihr (angeblich) zum letzten Verhängnis wurde.
Vieles fehlte mir in diesem Roman, aber es war ein Anstoß mich einmal näher mit ihrer interessanten Figur zu beschäftigen.

Der Diogenes Verlag hat ein sehr schönen Rahmen für das Buch geschaffen. Das Cover und die Buchgröße passen in das Gesamtkonzept des Verlages. Das Cover ziert ein Bild von Mata Hari, es erweckt beim Leser gleich Interesse an dem Roman. Auch die im Buch vorhandenen Bilder von Mata Hari haben mir sehr gut gefallen.

Fazit:

Interessante Perspektive auf die schillernde Persönlichkeit Mata Hari. Konnte mich allerdings nicht vollständig überzeugen, da der Roman nur streiflichtartig Einblicke in ihr Leben gab . 

  Die Spionin

- von Gelinde aus Neresh., 15.12.2016 -

Die Spionin, von Paulo Coelho

Cover:
Ein Foto der mysteriösen und mit vielen Geheimnissen umgebenen Mata Hari, weckte meine Neugier.

Inhalt:
Die Geschichte einer Frau, die erotisch wie politisch zwischen alle Fronten gerät. Mata Hari!
Wer ist die Frau hinter dem schillernden Mythos?

Paulo Coelho schlüpft in ihre Haut und lässt sie in einem fiktiven Brief aus dem Gefängnis von ihrem außergewöhnlichen Leben erzählen.
In kurzen knappen Worten wird eine ganze Tragödie erzählt, bei der wir als Leser nicht wissen was ist Wahrheit und was ist dazu erfundene Fiktion.

Meine Meinung:
Für mich (so lese ich es auf jedenfall aus dem heraus wie es der Autor beschreibt) ist Mata Hari eine tragische Person, der das Schicksal eine tragische Rolle zugeschrieben hat.
Sie kam eigentlich aus einem behüteten Elternhaus, nach dem Tod der Mutter hatte sie das Pech in ein Internat zu kommen, in dem sie vom Direktor vergewaltigt wurde (was für diesen damals keine Konsequenzen hervorrief).
Sie wollte nur noch weg und hatte das Pech in eine Ehe zu flüchten die auch wieder die Hölle für sie bereithielt.
So hat sie eigentlich nur Druck und gewaltsamen Sex erfahren und hat dadurch(?) vielleicht erkannt welche Macht sie auf Männer ausüben kann. So ist sie dann in ihr weiteres Leben mit ihrer ?vermeintlichen erotischen Kunst? (Tänzerin die auch mal blank zog), die ihr alle Freiheiten wie sie glaubte gab, hineingewachsen (ganz gezielt).
Wäre sie nach der Schule in eine liebevolle Ehe gekommen, wäre ihr Leben genauso verlaufen?
Ich frage mich, wäre Sie dann auch so eine rebellische, freiheitsliebende, unruhige, nach Anerkennung gierende, getriebene, opportunischtische Person geworden? War ihre erotische Kunst für sie ein wirklich inneres Bedürfnis, oder ist sie in diese Rolle nur durch die Umstände gepresst worden?
Auch zu ihrer Spionagetätigkeit erfahren wir eigentlich kaum etwas.
Deshalb bin ich zwar entsetzt über das Todesurteil, aber ich wie es dazu kommen konnte ist trotzdem wieder sehr rätselhaft.
Sind es wirklich die Umstände im Krieg?

Aber diese Fragen sind alle fiktiv.
Denn der Autor schreibt zwar in ICH-Form, aber was davon sind/waren wirklich Mata Haris Gedanken?
Der Autor skizziert eine Person, ein Leben, mit Handlung und weiteren Personen, die mir immer irgendwie als ?gezeichnet? als ?möglicherweise fiktiv? vor Augen stehen. Ich weiß nie woran ich bin, es irritiert mich beim Lesen, dass ich immer das Gefühl habe, hier sehe ich nur einen kleinen Ausschnitt aus einem Ganzen und bei diesem kleinen Teil, weiß ich noch nicht einmal was real und was Phantasie ist.

Der Schreibstil ist sehr breit gefächert. Von kurz und bündig, über poetisch, bis zu theatralisch ist alles enthalten.

Zitat:
-Auch wenn wir manchmal nicht wissen, wohin uns das Leben führt, so sind wir doch nie verloren.
-Ich wusste, dass alles, was ich gesagt hatte, bis zum Ende aller Tage mit meinen Tränen im Sand versickert war.

Mein Fazit:
Ich finde für mich ist die Geschichte etwas lückenhaft, Mata Hari bleibt eine nebulöse Person, die viele Geheimnisse umgeben.
War sie eine Spionin, war sie keine?
Was war ihr eigener Antrieb?
In dem Buch sind mir einzelne Passagen, einzelne Facetten ihres möglichen Lebens gezeigt worden, die mir eine Ahnung ihres Lebens geben, aber in keinster Weise eine Vollständigkeit haben, wie auch der Autor in Nachwort nochmals ganz klar schreibt.
Der Schreibstil schafft für mich eine gewisse Distanz und Verwirrung.
Insgesamt habe ich mehr von dem Buch erwartet. Mehr Einblicke in das besondere Leben der Mata Hari. Fundiertes Wissen und Emotionen.
Ich vergebe 3 Sterne. 

  Ein faszinierendes Frauenleben

- von Vivi aus Weilheim, 10.12.2016 -

Von Paulo Coelho erwartet man's eben nicht anders und man wird auch niemals enttäuscht: Er schafft Meisterwerke. Seine Darstellung über das Leben von Mata Hari ist beeindruckend und einfühlsam. Zwar geht es hier um eine gut recherchierte, dokumentarische Geschichte, die Erzählung durch fiktive Abschnitte ergänzt. Diese schöpferische Freiheit bereichert jedoch das Gesamtwerk.

Die Vorstellung über ein aufregendes Leben und die Sehnsucht nach Unabhängigkeit trieben eine junge Dame dazu, eine zumindest sicher erscheinende Existenz aufzugeben. Sicher und unglücklich. Sie lebte nach dieser Entscheidung gewiss anders, doch das Anderssein hatte seinen Preis.

Wie Mata Hari auf ihre unvermeidbare Tragödie zusteuert wird in Briefform niedergeschrieben. Zwei Ansichten werden geschildert und beide erscheinen jeweils eine Rechtfertigung zu sein. Mata Hari erklärt ihre Beweggründe zur gefahrenvollen ?Spionage?, ihr Verteidiger erklärt, wieso ihr Fall vor dem Gericht von Anfang an aussichtslos war.

Die rührende Erzählweise stimmt nachdenklich: War Mata Hari tatsächlich eine selbstbewusste Persönlichkeit? Wurde sie lediglich Opfer von Verrat und Intrigen? Musste sie denn leidenschaftslose Liebesaffären hinnehmen, um dadurch ihren Wunsch nach Freiheit zu befriedigen? Führte sie ihr Schicksal selbst herbei?

Ein faszinierendes Frauenleben in einer männerdominierten Welt, mit Coelhos Worten einfach tief gehender ausgedrückt, als je zuvor. 

  Leider zu oberflächlich

- von queenbee aus Nordhorn , 08.12.2016 -

Margaretha Zelle, besser bekannt als Mata Hari, schreibt aus dem Gefängnis einen Brief an ihren Anwalt, von dem sie sich eine Begnadigung erhofft, denn sie ist eine zum Tode Verurteilte. Aber nicht nur hinter Gittern ist Mata Hari eine Gefangene. Eine Gefangene war sie bereits während ihres ganzen Lebens.
Sie war eine außergewöhnlich schöne und glamouröse Frau, die bewundert wurde, mit der man sich auch in höheren gesellschaftlichen und einflussreichen Kreisen gerne umgab, allerdings immer unter dem Deckmantel des Verruchten. Denn schließlich war sie Erotiktänzerin und Mätresse. Und auch sie genoss diese Bewunderung, genoss es im Mittelpunkt zu stehen und ein glanzvolles, schillerndes Leben zu führen. Letztendlich ist es aber das Geflecht aus Beziehungen und die Verstrickungen innerhalb dieser (auch politischen) höheren Kreise die Mata Hari zum Verhängnis werden und letztendlich wird klar, dass mit ihr nur gespielt wurde, und alle Zuneigung, Liebe und Freundschaft nur Fassade war.
Es handelt sich bei diesem Roman nicht um eine Biografie. Dementsprechend hat man auch das Gefühl, auch in Anbetracht des Umfangs, dass Vieles nur angeschnitten und angedeutet wurde. Macht der Roman mich neugierig auf mehr? Möchte ich weiteres aus dem Leben der Mata Hari erfahren? Eher nicht, dafür bleibt die Geschichte zu sehr an der Oberfläche und lässt das Leben Mata Haris wirken, wie das Leben eines heutigen It-Girls.  

  Die Spionin

- von Rezensentin/Rezensent aus Bielefeld, 05.12.2016 -

Anhand eines fiktiven Briefes geschrieben von Margaretha MacLeod geborene Zelle an ihre Tochter, die jedoch unter ihrem Künstlernamen Mata Hari weitaus bekannter ist, erfahren wir wie ihr Leben verlaufen ist. Mata Hari schreibt aus der Gefängniszelle heraus wie sie versucht hat, aus dem eintönigen Leben in einem kleinen niederländischen Ort herauszukommen. Die Heirat und Umsiedelung nach Niederländisch-Ostindien und die Geburt ihrer Tochter brachten jedoch genau das Gegenteil, sie fühlte sich eingesperrt und verließ Mann und Kind. Mit ihren Tanzdarbietungen - hauptsächlich in Paris - und vielen Männerbekanntschaften erhielt sie einen zweifelhaften aber auch glamourösen Ruf.
Paulo Coelho ist es gelungen, mit leicht lesbarer und hoch interessanter Sprache das Leben und den Tod Mata Haris zu beleuchten. Äußerst gelungen! 

  Leider nicht überzeugend

- von Rezensentin/Rezensent aus Duisburg, 30.11.2016 -

Das Buch beginnt mit der Hinrichtung von Mata Hari, einer berühmten Tänzerin und Doppelagentin.
In einem Brief, welchen sie an ihre Tochter schreibt, erfährt man in Rückblenden aus ihrem Leben.
Sie wurde als Margarethe Zelle geboren und von ihrem Vater schon bald nach dem Tod der Mutter in ein Internat gegeben. Dort wird sie von dem Direktor vergewaltigt, ein Erlebnis , welches nie publik wird.
Ihre Chance, aus diesem Leben auszubrechen, ergibt sich durch die Heirat mit einem niederländisch- ostindischen Offizier. Diese Ehe wird jedoch nicht glücklich, ihr Mann demütigt sie und betrügt sie.
Erneut gibt sie ihrem Leben eine andere Wendung und beginnt ihre Karriere als Tänzerin, wobei sie sich den Namen ?Mata Hari" gibt.Sie lernt einflussreiche Männer kennen, die ihr einen glamourösen Lebenswandel finanzieren. Zu Beginn des 1. Weltkriegs lässt sie sich auf ein gefährliches Doppelspiel ein, was ihr letztendlich zum Verhängnis wird.

Obwohl der Schreibstil sehr angenehm war, hat mich das Buch enttäuscht. Die Geschichte blieb stets oberflächlich, es fehlte eindeutig die Tiefe. Meine Hoffnung, Einzelheiten aus dem Leben dieser schillernden Persönlichkeit zu erfahren, erfüllte sich leider nicht. 

  Konnte mich nicht überzeugen

- von Rezensentin/Rezensent aus Leer, 28.11.2016 -

»Mein einziges Verbrechen war, eine unabhängige Frau zu sein.«
Mata Hari in Die Spionin

Mata Hari gehört wohl zu den schillernsten und außergewöhnlichsten Frauen des frühen 20. Jahrhunderts. Bis auf wenige Fotos kannte ich vor der Lektüre dieses Buches aber kaum etwas von ihrem Lebensweg. Geboren als Margarethe Zelle in der holländischen Provinz führte sie ihr kurzes Leben in vieler Herren Länder, ihre unglückliche Ehe aber zuerst nach Java, wo sie der Ausdruckskraft der einheimischen Tänze erlag. Wieder in Europa entfloh sie ihrer Ehe nach Paris, wo sie eine außergewöhnliche und bisher so nicht dagewesene Karriere als exotisch-erotische Tänzerin begann. Bewundert und verachtet erlebte sie Höhenflüge und Tiefschläge, bis sie im Ersten Weltkrieg der Spionage angeklagtund zum Tode verurteilt wurde.

Paulo Coelhos neuester Roman besteht neben geschichtlichen Quellen aus dem fiktiven letzten Brief der Mata Hari, die in der Woche vor ihrer Hinrichtung ihren Lebensweg reflektiert. Man erfährt von ihrer schrecklichen Ehe, lernt ihren unbedingten Willen zum Erfolg und ihre Rücksichtlosigkeit kennen. Durch die Briefform erhält der Leser direkten Zugang zu den Emotionen Mata Haris, wird intensiv eingebunden.

Die Sprache ist einfach gehalten und enthält viele Bilder. Das Buch lässt sich dadurch sehr schnell und ihne Pausen lesen. Mich hat aber die ständige Betonung der Gefährlichkeit der Liebe genervt, die Mata Hari angeblich letzten Endes zu Fall gebracht habe, aber kaum thematisiert wird. Diese Passagen waren teils schrecklich schwülstig und belehrend. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser fiktive Brief auch nur annähernd an das herankommt, was diese Frau empfunden haben mag. Mir kam es zeitweise so vor, als sei ihr Leben und dieses Buch nur das Gefäß, damit der Autor seine Ergüsse los werden kann. Dies ist nicht mein erster Coelho, aber ich überlege ernsthaft, ob ich noch weitere seiner Romane lesen soll, denn die letzten fand ich alle nicht wirklich überragend oder lesenswert. Dafür ist mir meine Zeit doch zu kostbar.

Was das Buch aber in mir hinterlässt, ist das ehrliche Interesse an der Person hinter der Kunstfigur Mata Hari, die zu ihrer Zeit ein Phänomen war und wie viele Frauen ihrer Zeit, die frei und unabhängig waren, von anderen Frauen beneidet und verachtet und am Ende von Männern mithilfe vorgeschobener Anschuldigungenzu Tode verurteilt wurde. 

  Der Mythos bleibt ein Mythos

- von Rezensentin/Rezensent aus Wangen, 26.11.2016 -

Mata Hari ? Tänzerin, Verführerin, Spionin, Feministin? Fast jedem ist der Name ein Begriff, doch wer war die Frau, die sich hinter diesem berühmten Namen verbirgt?
Geboren als Margaretha Zelle in der niederländischen Provinz, langweilt sich die junge Frau so, dass sie ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt, auf eine Kontaktanzeige antwortet und kurz darauf dem 21 Jahre älteren Offizier Rudolph MacLeod nach Niederländisch-Ostindien folgt. Allerdings findet sie dort nicht das erhoffte exotische Paradies. Ihr Ehemann entpuppt sich als eifersüchtig, oft alkoholisiert und gewalttätig. Bei einem Aufenthalt in Holland lässt sie Mann und Kind zurück und flieht nach Paris, wo sie sich als orientalische Tänzerin ausgibt. Unterstützung erhält sie immer wieder von Männern, denen sie den Kopf verdreht, die sie verführt oder die sich mit ihrer Bekanntschaft schmücken wollen. So führt sie zwar ein luxuriöses und unkonventionelles Leben, allerdings verkauft sie dafür sich und ihren Körper.
Dies alles erfährt der Leser in Form eines fiktiven Briefs, den Paulo Coelho die im Gefängnis Saint-Lazare inhaftierte Mata Hari kurz vor ihrer Hinrichtung wegen Hochverrats 1917 schreiben lässt.
Obwohl der Autor Coelho die ,,Spionin? ihre Lebensgeschichte selbst erzählen lässt, kommt man dem Mensch Mata Hari nicht wirklich näher. Während man ihre Beweggründe, die langweilige holländische Provinzstadt zu verlassen, noch nachvollziehen kann, fällt dies bei späteren Lebensabschnitten deutlich schwerer. Ein Leben ohne Konventionen, in Freiheit? Um den Preis, sich in die Abhängigkeit von Männern zu begeben, die für ihre Lustbefriedigung bezahlen? Kann man das wirklich als selbstbestimmtes und freies Leben bezeichnen? Mutig, verführerisch und unkonventionell war Mata Hari bestimmt, aber als Feministin würde ich sie nicht bezeichnen. Trotz der teils intimen Lebensbeichte und den authentischen Dokumenten und Fotos im Anhang bleibt die Titelheldin ungreifbar und distanziert. Der eigentliche Mensch hinter dem Mythos hat sich mir leider nicht erschlossen. 

  Wer war Mata Hari

- von Marita Robker-Rahe aus Belm, 22.11.2016 -

Mata Hari, diesen Namen hat man schon oft gehört, doch ganz genau wusste ich nie, was es mit dieser Frau auf sich hatte. Eine Spionin soll sie gewesen sein und ein Frau, die sich das nahm und das tat, was für heutige Frauen selbstverständlich ist. Ihren Körper zu zeigen und dies im Tanz und sich Liebhaber zu nehmen.

Dieses Buch von Paulo Coelho, dem brasilianischen Schriftsteller, der für die außergewöhnlichen Themen seiner Bücher bekannt ist, zeigt dem Leser eine ihm eigentlich unbekannte Mata Hari. Geboren in den Niederlanden, geht sich mit ihrem Mann später nach niederländisch Ostindien folgt und ihm zwei Kinder schenkt, von dem es vergiftet wird. Später trennt sie sich von ihrem Mann und geht nach Paris , um ihre Karriere als Tänzerin zu beginnen.Wie ihr Leben endet und in welche Intrigen sie schlitterte und wie sie die Menschen , vor allem die Frauen gegen sich aufbrachte, liest man in diesem Buch.

Dieses Buch , was auf Briefen und Dokumenten beruht zeigt, wie eine Frau, die ihrer Zeit von ihren Moralvorstellungen und der Selbstverständlichkeit eine Frau zu sein, weit voraus war, zwischen die Fronten gerät. Sehr anschaulich und interessant verpackt der Schriftsteller Paulo Coehlo dies in eine Geschichte, die zum großen Teil die Protagonistin selbst erzählt und ergänzt wird durch ihren Anwalt. 

  Die Spionin - Mata Hari

- von buchleserin aus Deutschland, 21.11.2016 -

Bereits die Leseprobe dieses Buches hatte mich völlig in ihren Bann gezogen und ich war sehr gespannt auf ?Die Spionin? von Paul Coelho. Im Prolog fand ich die Szene, wie sich Mata Hari sich für ihre Hinrichtung bereit macht und die Hinrichtung durch das Erschießungskommando , unglaublich ergreifend und sehr emotional. Diese Atmosphäre dort konnte ich beim Lesen direkt spüren.
Paul Coelho lässt in seinem Buch Mata Hari in einem fiktiven Brief an ihren Anwalt Maître Clunet ihre Geschichte erzählen. Eine Woche vor ihrer Hinrichtung schreibt sie ihr Leben in einem Brief auf, damit ihre Tochter ihn später lesen kann, um zu erfahren, wer ihre Mutter eigentlich wirklich war. Mata Hari hat natürlich gehofft, das ihr Anwalt diesen Brief nie bekommt.
Ich war sehr gespannt auf ihre Geschichte und das aufregende Leben dieser wohl bekanntesten Spionin aller Zeiten.

Das Cover zeigt Mata Hari als exotische Tänzerin gekleidet und ist passend zum Buch gewählt.
Paul Coelhos Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen und die Handlung hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Die Idee mit diesem fiktiven Brief, geschrieben an ihren Anwalt, gefällt mir sehr gut. Die Geschichte der in Holland geborenen Margarethe Zelle ist sehr emotional und fesselnd geschrieben. Ich fand es sehr interessant und spannend, etwas über die weltbekannte Mata Hari zu erfahren. Ich war neugierig darauf, wie sie zur exotischen Tänzerin wurde und wie es dazu kam, dass sie als Doppelagentin H21 des Hochverrats angeklagt wurde. Mata Hari hatte die Fähigkeit andere zu manipulieren und ist schließlich selbst ein Opfer der Manipulation geworden, wie Paul Coelho es schreibt. Paul Coelho hat Informationen aus inzwischen zugänglichen Geheimakten bekommen.

Mir hat ?Die Spionin? von Paul Coelho sehr gut gefallen und wer sich für die Geschichte der Mata Hari interessiert, dem kann ich dieses Buch wirklich sehr empfehlen.  

  ein hartes Schicksal

- von Rezensentin/Rezensent aus Perpignan, 18.11.2016 -

Mata Hari, welch ein Name, welch eine Geschichte, was heute selbstverständlich ist, die Selbstverwirklichung der Frau war vor dem 1. Weltkrieg nicht einmal ein frommer Wunsch, eher eine Schreckensvorstellung für die Herrschenden. Ein faszinierendes Leben. Ein fürchterliches Lebensende, als vermeintliche Spionin vor dem Erschießungskommando. Paulo Coelho ist das Wagnis eingegangen, die Zeit zurückzudrehen und in die Haut der frivol justierten Mata Hari zu schlüpfen, die mit ihrem wirklichen Namen Margarethe Zelle hieß. Doch diese junge Holländerin entschließt sich nach einem Aufenthalt auf Java sich neu zu erfinden. Dabei pflastern Männer ihren Weg. Sie treten als Förderer, Stolpersteine, Vergewaltiger, Gönner, Besserwisser und Halunken auf den Plan. Der aufziehende 1. Weltkrieg markiert eine tragische Wende in ihrem Leben, das halbseidene Leben hat sie mit Picasso und vielen anderen Berühmtheiten ihrer Zeit zusammengebracht, doch nun sinkt Mata Haris Stern, ein Picasso darf noch in hohem Alter den jungen Frauen hinterhersteigen und mag immer noch begehrt gewesen sein. Für Mata Hari besteht als Frau diese Möglichkeit nicht, die fühlt sich alt und welk, ist aber die begnadete Lügnerin ist immer noch tatendurstig und begeht einen Fehler aus dem es kein Entkommen gibt.

Paulo Coelho beginnt das Buch mit dem tödlichen Ende, ein kluge Entscheidung, nicht der Tod der Mata Hari stellt eine Überraschung für den Leser dar, sondern ihr Werdegang. Vieles in dem Buch ist natürlich Spekulation, aber die Fakten basierten Geschehnisse liefern auch reichlich Information. Paulo Coelho zeigt mit einigem Rechercheaufwand die facettenreiche Mata Hari in ihrer ganzen Tragik und einem unglaublichen Gestaltungswillen. Hier nimmt ein weibliches Nichts sein Leben in die eigenen Hände und wird vielleicht gerade deshalb zum Opfer eitler Herrenmenschen, die sich zwar an Mata Hari ergötzen, aber sie gleichzeitig voller Verachtung in den Tod stürzen. Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen. Der Autor versteht einfach auf unnachahmliche Weise zu erzählen und er baut auch immer die eine oder andere Weisheit ein, was ja auch nicht schaden kann. Das Buch hat allerdings auch seine Schwächen, einfach weil der Autor einen Hang zur Oberflächlichkeit hat.  

  Der hohe Preis vermeintlicher Freiheit

- von Jenny aus Oberschöna, 15.11.2016 -

?Denn das habe ich immer gesucht: die Freiheit. Ich habe nicht die Liebe gesucht. Denn die Liebe kommt und geht ? und ich habe ihretwegen Dinge getan, die ich nicht hätte tun sollen, und mich an Orte begeben, die ich besser gemieden hätte.?

Inhalt

Die schillernde Femme fatale Mata Hari, einst wunderschön und beneidet ebenso wie begehrt und berühmt schreibt aus dem französischen Gefängnis ?Saint-Lazare? einen Brief an ihren Anwalt, in Erwartung ihrer Strafe, die sich zwischen Begnadigung und Todesurteil entscheiden wird. Ein kurzer, skizzenhafter Abriss über ihr Leben, ihre Wünsche und Sehnsüchte ebenso wie getroffene Fehlentscheidungen, eine schriftliche Unschuldsbekundung und gleichermaßen ein bitteres Eingeständnis. Denn obwohl sie mitnichten eine deutsch-französische Doppelagentin im ersten Weltkrieg war, so lautete die Anklage, hat sie sich zahlreicher Verfehlungen hingegeben, deren einziger Initiator der Wunsch nach Anerkennung war. Und auch ihr Anwalt antwortet in einer Art Entschuldigungsschreiben, welches sie nicht mehr lesen wird, um ihr mitzuteilen, dass sie zur falschen Zeit am falschen Ort war und im gesamtpolitischen Hintergrundgeschehen keine gerechte Strafe erwarten könne.

Meinung

Grundlegend muss ich sagen, dass Paulo Coelho zu einen meiner Lieblingsautoren zählt, der mich mit zahlreichen Romanen zum Nachdenken und Innehalten angeregt hat, schon allein deshalb war ich auf sein neues Buch so gespannt. Und schon nach den ersten Seiten des Buches wurde mir klar: hier gibt es zu wenig Platz, um die Geschichte rund um Mata Hari in allen Einzelheiten zu erzählen.

Umso treffender finde ich die Aussage, die der Autor im Nachwort des Romans liefert. Denn dieses Buch stellt nicht den Anspruch eine Biografie von Margaretha Zelle (später Mata Hari) zu sein, sondern fungiert eher als eine Art Einstieg, um vielleicht die Lust beim Leser zu wecken, genauere Recherchen anzustellen und sich ein eigenes Bild zu machen. Und das ist mit diesem wahrlich kurzen, skizzenhaften Briefroman sehr gut gelungen.

Coelho legt sein Augenmerk auf wenige, einschneidende Erlebnisse in Mata Haris Leben, die sie in die Arme der falschen Männer getrieben haben. Er setzt sich mit der Illusion auseinander, die eine Gefangene hat, die von ihrer Unschuld überzeugt ist. Er zeigt, wie sich ihr selbstgewähltes, exotisches Auftreten im Laufe der Jahre gegen sie gewandt hat, nachdem sie feststellen musste, dass es immer wieder hübschere, jüngere Tänzerin geben würde und ihr Stern am Himmel nicht unendlich strahlen würde. Glanz und Glamour hatten auch damals schon einen hohen Preis, insbesondere, wenn man fast blauäugig und an Selbstüberschätzung leidend versuchte, als emanzipierte Frau in einer männerdominierten Welt zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts, Fuß zu fassen. Dieser innere Zwang, es anderen zu beweisen und selbst im Angesicht des Todes eine gewisse Rolle zu spielen, hat mir die Person Mata Hari nähergebracht.

Der Schreibstil von Paulo Coelho liest sich flüssig und durch einige eingestreute Bilder und Zeitdokumente, wird der Text zusätzlich aufgelockert. Leider muss ich sagen, dass ich dieses Buch so gern gelesen habe, dass es mich schmerzt, wie wenig Textmaterial tatsächlich vorliegt. An so vielen Stellen hätte man in die Tiefe gehen können und gerade die historischen Zusammenhänge besser herausarbeiten können.

Fazit

Ich vergebe 5 Lesesterne für einen interessanten, wenn auch kurzen biographischen Eindruck aus dem Leben einer selbstbewussten Frau. Ein Buch, welches mir die Person Mata Hari aus der Ich-Erzählperspektive heraus, schmackhaft machen konnte. Mein Interesse wurde auf jeden Fall geweckt. Zwischen den Zeilen verpackt der Autor seine Lebensweisheiten, die ich immer gerne herauslese, um sie mit meinen persönlichen Lebenserfahrungen zu vergleichen. Ein stiller, nachdenklich stimmender Roman, dem es leider an Umfang fehlte.  

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Maralde Meyer-Minnemann, geboren 1943 in Hamburg, lebt heute als Übersetzerin in Hamburg. 1997 erhielt sie den Hamburger Förderpreis für literarische Übersetzungen, 1997 den Preis Portugal-Frankfurt, 1998 den Helmut-M.-Braem-Preis. 

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